Aligse - Erste Schule, im Bruche

Aligse

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  • Erste Aligser Schule © AK Natur erleben Stadtmarketing Lehrte
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Die erste Aligser Schule „Alte Schule“ steht an der spitz zulaufenden Straßenkreuzung Peiner Heerstraße – Im Bruche.

Eine Volksschule mit geregeltem Unterricht gab es bis zum Ende des Mittelalters um 1500 noch nicht. Erst durch die Bildungsbestrebungen der Reformation wurde das Interesse für Unterricht und Erziehung im Volk wachgerufen. In dem Sendschreiben „An die Ratsherren aller Städte in deutschen Landen“ mahnt Martin Luther 1524 die Obrigkeit, ihre Pflicht zu erfüllen. Die ersten Volksschulen in unserer Gegend entwickelten sich in Burgdorf und in den Kirchdörfern. Besondere Schulgebäude gab es noch nicht, im Küsterhaus wurde der Katechismus und das Beten unterrichtet, nicht aber Lesen, Schreiben und Rechnen. Die Lüneburger Kirchenordnung von 1564 sah vor, dass „alle Küstereien mit Schulen verbunden sein“ sollen. In der Instruktion für die Kirchenvisitation in den Ämtern Burgdorf und Meinersen heißt es: „Die Visitatoren sollen fleißig nach den Schulen fragen und befehlen, dass dieselben mit notdürftigen und geschickten Gesellen (Lehrern) versehen werden“.

Achtzig Jahre später steht in der Lüneburger Kirchenordnung von 1643, dass die Schüler bei den Schulgesellen „Beten, Lesen, Schreiben und Rechnen lernen, den Katechismus und Sprüche üben und so erbaulich inoculiert“ werden um dadurch „feine, gottselige, geschickte, sittsame, fleißige und der rechten Lehre zugetan Leite (Leute)“ zu sein.

Die erste Information über den Schulbetrieb in Aligse können wir einem Bericht über die Visitation der Kirche zu Steinwedel entnehmen. Im März 1669 besuchen der Superintendent und der Amtsschreiber von Burgdorf den Steinwedler Pastor und die Schule in Aligse. Der Schreiber protokolliert über die Inspektion in Aligse: „Der Schulmeister zu Alsen heißt Johan Odecker, ist von der Blumenlade von Zell (Celle) bürtig. Die Kinder lernen Lesen, Beten, Schreiben und den Katechismus. Der Schulmeister zu Alsen forscht zuweilen nach dem Verstand. Er hat eine gute Hand zu schreiben, nur das Singen fällt ihm schwer.“

1734 unterrichtete der Schulmeister Johann Blancke 27 Kinder. In den Protokollen vor und auch nach 1734 wird vor allem über die nicht ausreichende Entlohnung der Lehrer berichtet.

Am 27. Sept. 1844 erscheint der Aligser Vogt Heinrich Sannemann im Amt in Burgdorf und trägt vor, dass die Gemeinde Aligse ein neues Schulhaus benötige, das alte sei sehr verfallen. Der Aligser Gemeinderat entschied sich aber der Kosten wegen gegen einen Neubau. Er schlug eine Reparatur des Gebäudes und einen Anbau vor, um die vorhandene Schulstube mit der Größe für 48 Kinder auf dann 60 Kinder zu vergrößern. 1847/48 wurden die Reparaturen ausgeführt und der Anbau errichtet.

Das Fachwerkhaus der Alten Schule hatte rund zweihundert Jahre überlebt, der Anbau nur 30 Jahre. Am 17. Aug. 1877 traf ein Blitz das Haus. Es brannte bis auf die Grundmauern nieder. Der Schulunterricht fand nun auf dem Nachbarhof statt; Bauer Buchholz stellte seine Scheune zur Verfügung. Im Feb. 1878 wurde die am alten Platz wieder aufgebaute Schule bezogen. Im Jahr 1882 wurden 79 Schüler unterrichte, im Jahr 1888 waren es schon 93.

1896 wurde der Schulbetrieb in dem Gebäude der Alten Schule eingestellt. Es diente danach als Wohnraum für das Lehrpersonal. Die Volksschule zog um in das neu errichtete Gebäude an der Dammfeldstraße, wo sie bis 1969 achtklassig, zum Ende hin auch neunklassig weitergeführt wurde. 1969 zog die Schule erneut um, jetzt in das neu errichtete Gebäude an der Aue, wo sie als Mittelpunktschule den Unterricht aufnahm.

Das Gebäude der Alten Schule ist heute in Privatbesitz.

Quelle: Aligse, Geschichte im Spiegel eines niedersächsischen Dorfes, Otto Garms

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