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Schöner von Nordhausen

Apfel
Standort J7: Schöner von Nordhausen

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Schöner aus Nordhausen
Familie der Gulderlinge

Geschichte:
Die Sorte stammt aus Mitteldeutschland, südlich des Harzes. Fand auf vielfache Empfehlung schnelle Verbreitung und ist heute allgemein bekannt, doch meist nur in einzelnen Bäumen anzutreffen. Wurde nach dem Kriege als neuer Findling unter dem Namen „Hindenburg“ verbreitet, doch soll nur obiger Name als der gültige angewendet werden.

Beschreibung:
Frucht bis gut mittelgroß, etwa 78 mm breit und 70 mm hoch. Hälften ungleich, Querschnitt nicht rund, Rippen und Kanten ziehen vom Kelch bis zur Fruchtmitte und darüber hinaus. Kelch halboffen bis offen, Blättchen kräftig und ziemlich breit, schräg aufwärtsstehend, oben stark umgebogen, grünlichbraun. Einsenkung tief und mäßig weit, von ungleichmäßigen Rippen und Kanten umgeben. Stiel etwa 15 mm lang, mittelstark, holzig, bräunlich. Stielhöhle tief, eng, etwas berostet, selten mit Fleischwulst. Schale glatt, glänzend, geschmeidig, zuweilen schwach fettig, Grundfarbe zur Baumreife hellgrün, zur Lagerreife zitronen- bis goldgelb, Sonnenseite teils rosa, teils leuchtendrot überzogen, manchmal mit etwas dunkleren, nicht scharf abgesetzten Streifen. Schalenpunkte fein, kaum merklich, Rostbildung nur selten am Stiel. Fleisch gelblichweiß, anfangs fest, in der Reife mürbe, saftig. Geschmack angenehm gewürzt, erfrischend, weinsäuerlich, manchmal mehr süß. Geruch schwach. Kernhaus zwiebelförmig und unten zugespitzt, Kernhausachse weit, Kammern oben und unten zugespitzt, geräumig, weit geöffnet, glattwandig. Samen mittelgroß, eiförmig, stumpf gespitzt, braun.

Befruchtungsverhältnisse:
Guter Pollenbildner.

Eigenschaften des Baumes:
Er wächst in der Jugend kräftig, später mittelstark, bildet eine hochkugelige Krone, die unten bald breitausladend wird. Gut geeignet für Hochstämme im landwirtschaftlichen Obstbau. Als Unterlage kommen Wildling und Splittapfel in Frage, Paradies nur dort, wo der Baum gute Entwicklungsmöglichkeiten findet. Eignet sich gut zum Umpropfen älterer Bäume, für Grasland weniger geeignet, verlangt bessere Apfelböden. In schwerem Boden bleibt die Frucht sauer, bei Trockenheit Mehltaubefall und vorzeitiger Fruchtabfall. Blüte mittelfrüh bis spät beginnend, wenig empfindlich gegen Nässe und Frost. Fruchtbarkeit früh beginnend, regelmäßig und gut. Schnitt der Leitäste lang, der des Fruchtholzes kurz.

Gute Eigenschaften:
Frühe Fruchtbarkeit und geringer Schädlingsbefall müssen hervorgehoben werden.

Schlechte Eigenschaften:
Bei Trockenheit geringe Fruchtausbildung und baldiger Fruchtabfall.

Quelle:
streuobstwiesen-niedersachsen
Nabu / Bund – Lemgo
Gartenzeitschrift: Nach der Arbeit - Obsttafel Nr. 264
erschienen in den Jahren 1935-1956

Wikipedia: Schöner aus Nordhausen