Aligse - Kanone

Aligse

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  • Ehrenmal © Manfred Fehlauer
    Ehrenmal © Manfred Fehlauer
  • Ehrenmal © Manfred Fehlauer
    Ehrenmal © Manfred Fehlauer
  • Kanone © Manfred Fehlauer. Dieses Geschütz verschoss Patronenmunition, Granaten und Schrapnells mit einem Geschossgewicht von 6,85 kg und 465 m/sec Anfangsgeschwindigkeit bis auf 7.800 m Schussweite. Sie war im 1. WK das Hauptgeschütz der Feldartillerie. Hergestellt von Krupp und Rheinmetall, bei Kriegsbeginn waren über 5.000 Stück vorhanden.
    Kanone © Manfred Fehlauer. Dieses Geschütz verschoss Patronenmunition, Granaten und Schrapnells mit einem Geschossgewicht von 6,85 kg und 465 m/sec Anfangsgeschwindigkeit bis auf 7.800 m Schussweite. Sie war im 1. WK das Hauptgeschütz der Feldartillerie. Hergestellt von Krupp und Rheinmetall, bei Kriegsbeginn waren über 5.000 Stück vorhanden.
  • © HAZ
    © HAZ
  • Kanone nach Restaurierung © Manfred Fehlauer
    Kanone nach Restaurierung © Manfred Fehlauer

Kanone im Denkmalbereich

Auf der nach Süden hin spitz zulaufenden Seite des Dorfplatzes befindet sich ein Denkmalbereich mit Ehrenmal und Kanone, der von einem Jägerzaun eingefasst ist. Das Ehrenmal besteht aus einer Mittelsäule mit den Namen der während des Ersten Weltkrieges gefallenen Soldaten unseres Dorfes und zwei Seitenwänden mit den Namen der im Krieg gebliebenen Soldaten unseres Dorfes während des Zweiten Weltkrieges. Gleich dahinter, mit Blickrichtung Lehrte, steht ein Geschütz, das schon seit 1914 oder 1918 (siehe weiter unten) in unserer Ortschaft steht.

Im Jahr 2000 musste das der Witterung ausgesetzte Geschütz dringend restauriert werden. Mehrere interessierte Bürger kamen überein, die Kanone in Eigenregie zu überholen. Ab Juli 2000 fanden sich an 16 Wochenenden insgesamt 11 Personen für die Restaurierung ein, die in 584 Arbeitsstunden das Geschütz generalüberholten. Die angefallenen Ausgaben beliefen sich auf 7.870 DM, der Betrag wunde aus Spenden gedeckt.

Die richtige Bezeichnung der Kanone war nach mehr als 80 Jahren aber nicht mehr bekannt. So wandte sich einer der Helfer zuerst an das Militärgeschichtliche Forschungsamt in Potsdam und dann an die Gesellschaft für Artilleriekunde in Idar-Oberstein. Im erhaltenen Antwortschreiben steht „Da Deutschland nach dem 1. WK aufgrund von Waffenstillstandsabkommen und Versailler Diktat alle Feldgeschütze abliefern musste, stellt Ihre FK 96 n/A eine ausgesprochene Seltenheit dar. Dem Antwortschreiben war neben der Beschreibung der Kanone auch ein Auszug aus dem „Taschenbuch der Artillerie, Band 1, Leichte Feldgeschütze beigefügt“. Die genaue Bezeichnung unseres Geschützes lautet: 7,7 cm Feldkanone 96 neuer Art, wobei 96 für das Einführungsjahr 1896 steht und die Buchstaben n/A für die überarbeitete Ausführung der Kanone in den Jahren 1904/05 stehen.

Wie aber kam die Kanone nach Aligse? Hier gibt es drei unterschiedliche Varianten, deren Wahrheitsgehalt jedoch nicht mehr überprüft werden kann.

1. Variante: Bericht von Heinrich Beinsen (Geburtsjahr 1921). Als Artillerieoffizier des Deutschen Heeres kehrte Arthur Buchholz aus dem 1. Weltkrieg zurück und kaufte (oder sicherte sich) dieses Geschütz in einer Kaserne in Hannover. Er ließ das Geschütz unbemerkt nach Aligse transportieren, lagerte es in seiner Feldscheune an der Peiner Heerstraße und entzog es so der anstehenden Übergabe und Verschrottung.

2. Variante: Erzählt von Heini Ehlvers (Geburtsjahr 1915), der diese Ausführung wiederum von seinem Vater erfahren hatte.

Ende Juli 1914 fand in der Gemarkung Aligse ein Manöver statt, an dem auch eine Abteilung der Feldartillerie aus Hannover teilnahm. Das Biwak der Artillerieabteilung wurde in der Ortsmitte am Teich „Unter den Eichen“ errichtet. Nach der Tagesübung feierten die Kanoniere mit der Jugend des Dorfes, wobei wohl viel getrunken wurde. In der Nacht zum 02.08.1914, zu später Stunde und „mit dickem Kopf“, kamen einige der einheimischen Burschen auf die Schnapsidee, im Dunklen eine Kanone abzutransportieren. Ackerpferde wurden vorgespannt und ein Geschütz leise weggefahren. Alle Soldaten schliefen, keiner bemerkte etwas. Versteckt wurde die Kanone unter Stroh in der Buchholzschen Feldscheune am Ende der Ortschaft. Am. 01.08.1914, 18°° Uhr, befiehlt der deutsche Kaiser die Mobilmachung. Dieser Befehl wird die Führung des Manövers wohl erst am Morgen des 02.08.1914 erreicht haben, dem ersten Mobilmachungstag und somit dem Beginn des 1. Weltkriegs. Hals über Kopf zog die Manövereinheit zu ihrem Standort zurück. Ist dabei das Fehlen der Kanone nicht bemerkt worden oder blieb keine Zeit, sie zu suchen? Nun hatten die Aligser eine Kanone, die keiner sehen durfte. So blieb sie bis nach Kriegsende in der Feldscheune versteckt stehen.

3. Variante: Nach Kriegsende hat eine durchziehende Einheit die Kanone in Aligse wissentlich stehengelassen. Bei dieser Variante fehlt aber der Hinweis auf das Versteck in der Feldscheune, was in unserem Dorf immer mit erwähnt wird.

Quelle: Manfred Fehlauer

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Ehrenmal © Manfred Fehlauer
Ehrenmal © Manfred Fehlauer
Ehrenmal © Manfred Fehlauer
Ehrenmal © Manfred Fehlauer
Kanone © Manfred Fehlauer. Dieses Geschütz verschoss Patronenmunition, Granaten und Schrapnells mit einem Geschossgewicht von 6,85 kg und 465 m/sec Anfangsgeschwindigkeit bis auf 7.800 m Schussweite. Sie war im 1. WK das Hauptgeschütz der Feldartillerie. Hergestellt von Krupp und Rheinmetall, bei Kriegsbeginn waren über 5.000 Stück vorhanden.
Kanone © Manfred Fehlauer. Dieses Geschütz verschoss Patronenmunition, Granaten und Schrapnells mit einem Geschossgewicht von 6,85 kg und 465 m/sec Anfangsgeschwindigkeit bis auf 7.800 m Schussweite. Sie war im 1. WK das Hauptgeschütz der Feldartillerie. Hergestellt von Krupp und Rheinmetall, bei Kriegsbeginn waren über 5.000 Stück vorhanden.
© HAZ
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Kanone nach Restaurierung © Manfred Fehlauer
Kanone nach Restaurierung © Manfred Fehlauer