Aligse - Dorfteich, Dammfeldstraße

Platz unter den Eichen

Aligse

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  • © AK Natur erleben Stadtmarketing Lehrte
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  • © Manfred Fehlauer
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  • Frühling © Manfred Fehlauer
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  • Herbst © Manfred Fehlauer
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  • Winter © Manfred Fehlauer
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Dorfteich, am Platz Unter den Eichen

Als Mittelpunkt in unserem Ort ist der Dorfplatz mit seinem alten Baumbestand, dem Denkmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege (siehe Kanone) und dem Dorfteich ein Ort, der zum Verweilen einlädt. Das gesamte Gelände ist Eigentum der Realgemeinde Aligse. Ehemals diente der Dorfplatz nach der Ernte als Dreschplatz, als Verladeplatz für die Gemüseernte, hier spielte die Jugend nach der Schule Fußball. Im Laufe der Jahre bildete sich der Platz immer mehr zum Mittelpunkt des dörflichen Lebens aus. Hier wird im Mai der Maibaum aufgestellt, findet zu Pfingsten das Schützenfest statt, sowie seit 1994 jeweils zum Ersten Advent der bekannte Aligser Weihnachtsmarkt. Am Teich, unter den hohen Laubbäumen, entstand 1995 eine gepflegte Anlage, bestehend aus zwei soliden Tischgarnituren und einer Rundbank um einer stattlichen Eiche herum. Die Anlage wurde vom Verein zur Förderung der Dorfgemeinschaften e.V. Kolshorn-Aligse-Röddensen finanziert.

Ab wann es den Dorfteich gibt, ist nicht überliefert. Südlich des alten Ortskerns ist er sicher schon im Mittelalter durch den Abbau von Bausand und Kies für den Hausbau entstanden. Die ausgehobene Fläche muss aber deutlich größer gewesen sein als es das jetzige Gelände um den Teich herum anzeigt. Bis 1895 gab es auf der anderen Seite der damals noch nicht vorhandenen Bundesstraße eine weitere Gemeindesandgrube, die nicht mehr ausgebeutet wurde. Bis auf knapp unter das Niveau der heutigen Straßen wurde die Grube verfüllt und der Baugrund ausgetrocknet. Darauf entstand 1896 ein neues Schulgebäude.

Vom Mittelalter an bis nach dem zweiten Weltkrieg wurden am Teich die Kühe der Bauern getränkt. Waren die Sommer heiß, verbunden mit einer geringen Luftfeuchtigkeit, konnten die Holzfelgen und Speichen der Räder der Leiterwagen so stark austrocknen und dadurch schrumpfen, dass sie nicht mehr fest verspannt in den Eisenreifen saßen und in sich polterten. Der Wagen wurde dann mehrmals durch den Teich gefahren, um das Holz quellen zu lassen.

Im Winter kommen die Kinder noch immer an den zugefrorenen Teich, um Schlittschuh zu laufen oder bei Schnee Schlitten zu fahren. War der Sommer nass und der Winter schneereich, konnte der Teichpegel so hoch ansteigen, dass das Wasser mehrere Meter weit über die Ufer trat. Bei einsetzendem Frost war die Eislauffläche zur Freude der Kinder dann deutlich vergrößert. Zweimal veranstalteten Anrainer am zugefrorenen Teich ein „Eis-fest“.

Wie kam es zu der privat ausgeführten „Aktion Dorfteichreinigung“?

In den 1980er Jahren war in Aligse das Denkmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege häufig ein Anlaufpunkt von Orientierungsfahrten. Bei einer dieser Rallyes im Jahr 1987 war der Dorfteich das besuchte Objekt. Die den Teilnehmern gestellte Frage lautete: „Was ist auf dem Teich zu sehen?“ Zu der Zeit wuchsen dort drei stark verzweigte Seerosen, die farblich unterschiedlich blühten. Zusätzlich hatte sich das stark wuchernde „Schwimmende Laichkraut“ so weit ausgebreitet, dass ¾ der Teichoberfläche damit zugewachsen war. Zwischen diesen Gewächsen gedieh die Wasserpest, das Hornblatt und eine hellgrüne Alge. Zusätzlich aber schwammen dort leuchtendrote Coladosen, halbversunkene Sektflaschen, Biergläser vom letzten Schützenfest, Kunststoffflaschen, Plastiktüten, halb untergegangene Zeitungsseiten und Sonstiges mehr. Hatten die Rallyeteilnehmer das alles auf ihrem Fragebogen vermerkt und den Aligser Teich als Müllkuhle beschrieben?

Zwei Teichanrainer verabredeten sich am darauffolgenden Sonnabend, um den Teich, so gut es geht, von dem Unrat zu befreien. Auch im darauf folgenden Jahr reinigten die beiden Anrainer den Teich und die umgebende Fläche. Da das Aussehen des Teiches aber eine Angelegenheit der ganzen Gemeinde ist, wurde die schwere und kraftraubende Arbeit im folgenden Jahr auf mehrere Schultern verteilt.

Die dritte Reinigungsaktion wurde beim Vorstand der Realgemeinde angemeldet, verbunden mit der Bitte, einen Beitrag für die Beköstigung der Helfer zu bewilligen. Nach einem Aufruf durch Handzettel beteiligten schon zehn Mitbürger an der Aktion. Was fand sich da nicht alles im Schlamm: Biergläser, Dosen, Lüttje-Lage-Gläser, Flaschen, Fahrradfelgen, eine Geldkassette mit Ausweispapieren der 60er Jahre aus Lehrte, ein Radio, Schuhe, eine Eisenstange, Klinkersteine und vieles mehr.

In den folgenden Jahren waren die Abläufe bekannt: Termin für die Reinigung immer an einem Sonnabend vor den Sommerferien, Handzettel verteilen, Realgemeinde benachrichtigen, am Freitag vor der Reinigung die Rasenfläche mähen.

Zu der „Aktion Dorfteich-Reinigung“ finden sich jetzt immer mehr als 20 aktive Helfer in Gummistiefel ein, bewaffnet mit großer Harke oder Hacke und reinigen neben dem Teich auch die umgebenden Grünflächen. Ist die Arbeit getan, gibt es für alle, die geholfen haben einen Imbiss, der von einigen Frauen aus dem Dorf zubereitet wird und von der Realgemeinde als Platzeigner bezahlt wird.

Von einem besonderen Ereignis ist noch zu berichten. An einem Morgen im Sommer stand ein gestohlener Audi einige Meter vom Ufer entfernt im Teich. Er war bis zur Hälfte mit Wasser vollgelaufen. Zum Glück blieb er nicht bis zur nächsten Reinigungsaktion im Teich stehen, sondern wurde noch am gleichen Tag herausgezogen, von der Polizei untersucht und abtransportiert.

Zum Abschluss noch ein Blick auf den Teich frei nach Wilhelm Busch. Frühling, Sommer und dahinter gleich der Herbst….und dann der Winter.

Quelle: Manfred Fehlauer

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© Manfred Fehlauer
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Frühling © Manfred Fehlauer
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Sommer © Manfred Fehlauer
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Herbst © Manfred Fehlauer
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Winter © Manfred Fehlauer
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