Natternkopf

Echium vulgare

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  • © AK Natur Stadtmarketing Lehrte
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Blaue Ochsenzunge, Himmelbrand, stolzer Heinrich, wilde Ochsenzunge

Der Natternkopf gehört zur Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae). Er ist ein Verwandter von Borretsch und Beinwell und hat eine ähnliche Heilwirkung. Er stammt aus dem südlichen Europa, bevorzugt sonnige Standorte und ist in warmen Gegenden an Wegrändern, Bahndämmen oder Brachflächen häufig anzutreffen. Zur Gattung gehören mehr als 60 Arten, die meisten sind in der Mittelmeerregion und auf den Kanaren zu finden.

Er ist zwei- oder mehrjährig und wird bis zu 1 m hoch. Im ersten Jahr bildet die Pflanze eine steifhaarige Blattrosette aus mit einer bis zu 2 m langen Pfahlwurzel, damit die Pflanze auch auf trockenen Standorten überleben kann. Der Stängel wächst schnell. Am Stängel und an den Blättern wachsen viele Borsten, die vor Fressfeinden schützen, den Tau kondensieren lassen und so für Flüssigkeit sorgen. Die Blätter stehen wechselständig. Sie sind schmal, lanzettlich und bis zu 10 cm lang. Ihre Größe nimmt von unten nach oben stark ab.

Die Blüten mit einer trichterförmigen Kronröhre stehen an der Spitze der Pflanze in einer lockeren Traube. Sie sind zuerst rötlich-rosa, später blau und locken viele Insekten - Bienen, Hummeln und Schmetterlinge - an. Als Landeplatz dienen Griffel und Staubgefäße der Blüten. Die Staubblätter sind ungleich lang und ragen aus der Blüte heraus. Bienen lernen, dass nur die rosa Blüten reich an Nektar sind.

Blütezeit: Mai bis September.

Die Samen werden vom Wind mitgenommen oder bleiben an Tieren hängen.

Verwendete Pflanzenteile: Wurzel, Kraut

Inhaltsstoffe: Alkaloide, Cholin, Allantoin (wie auch bei der Beinwellwurzel)

Heilwirkung:

Die Schulmedizin verwendet den Natternkopf nicht, auch in der Volksheilkunde findet er kaum noch Anwendung. Innerlich wirkt der Natternkopf harn- und schweißtreibend.

Tee aus dem Kraut soll bei Atemwegserkrankungen und bei Kopfschmerzen helfen, ein Breiumschlag aus der Wurzel gegen Furunkel und Abszesse. Hier fördert das Allantoin die Wundheilung. Die blühenden Spitzen wurden zerquetscht gegen Nagelbettentzündungen verwendet. Das Öl der Samen wird gelegentlich für Hautpflegeprodukte verwendet.

Nebenwirkungen:

Pflanzen aus der Familie der Raublattgewächse können Hautausschläge hervorrufen. Die Alkaloide wirken leberschädigend, ein Verzehr der Blätter ist nicht ratsam.

Geschichtliches:

Nach der Signaturenlehre galt der Natternkopf als Mittel gegen Schlangenbisse, weil die Blüten den Köpfen von Schlangen ähnlich sind. Die Wurzel wurde früher zum Rotfärben verwendet.

Das getrocknete Kraut wurde früher auch zum Füllen von Matratzen („Johannesbett“) genutzt, um die Schlafstelle vor Mäusen zu schützen.

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Pflanzenfamilie: Raublattgewächse Boraginaceae
Anwendungsbereich: Hauterkrankungen, Verstauchungen
Blütenfarbe: blau
Giftigkeit: schwach giftig
Lebensdauer: mehrjährig