Gewöhnliche Nachtkerze

Oenothera biennis

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  • © AK Natur Stadtmarketing Lehrte. JK
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Nachtlicht, Eierblume, gelbe Rapunzel, gelber Nachtschatten, Nachtschlüsselblume, Sommerstern, Rübenwurzel, Schinkenwurzel, Schlafende Jungfrau

Die Nachtkerze stammt aus Nordamerika und ist in ganz Europa verwildert an Bahndämmen, Wegrändern, Böschungen und Schutthalden anzutreffen. Sie ist eine zweijährige krautige Pflanze aus der Familie der Nachtkerzengewächse (Onagraceae). Im ersten Vegetationsjahr bildet die Pflanze aus einer fleischigen Pfahlwurzel eine an Boden liegende Rosette aus. Erst im zweiten Jahr bildet sich ein unverzweigter oder nur im oberen Teil verzweigter Stängel (z.T. rot überlaufen) aus, der Höhen bis zu 2 m erreichen kann. Die Laubblätter stehen wechselständig am Stängel. Sie sind fast ganzrandig oder gezähnt. An den Spitzen der Stängel stehen zahlreiche gelbe Blüten in einem ährigen Blütenstand. Sie öffnen sich am Abend innerhalb weniger Minuten und schließen sich häufig schon nach 24 Stunden wieder. Während des Öffnens sind die Blüten geruchlos, erst später entsteht ein intensiver süßlicher Duft. Beim Öffnen der Blüten stäuben zuerst die Staubblätter, erst später reift die Narbe heran. Die Bestäubung der Blüten erfolgt überwiegend durch Nachtfalter, am Tage auch durch Bienen, Hummeln und Tagfalter. Die Samen bilden sich in einer etwa 3 cm langen Kapsel. Die Nachtkerze ist sehr ausbreitungsstark, da jeder Haupt- oder Seitentrieb bis zu 120 Blüten hervorbringen kann und in jeder Samenkapsel bis zu 200 Samen entstehen.

Blütezeit: Juni bis Oktober

Verwendet Pflanzenteile: Samen, Blätter, Wurzeln

Inhaltsstoffe:

10% Gamma-Linolensäure (Samen), Gerbstoffe (Blätter)

Stärke, Eiweiß, Mineralstoffe (Wurzeln)

Heilwirkung:

Die Blätter kann man als Tee zubereiten oder äußerlich als Kompresse verwenden.

In der Volksheilkunde werden sie gegen Durchfall und als Blutreinigungsmittel eingesetzt. Als Gemüse gegessen soll die Wurzel kranken Menschen neue Kraft verleihen.

Besondere Heilwirkung wird dem Öl zugesprochen, das mehr Gamma-Linolensäure. enthält als andere Heilpflanzen. In Form von Kapseln eingenommen dient es zur Prophylaxe von Arteriosklerose. Nachtkerzenöl wird vor allem bei Ekzemen, Akne, Neurodermitis und Schuppenflechte eingesetzt.

Eine Metaanalyse von über 27 Studien zur Wirksamkeit von Nachtkerzenöl soll zu dem Ergebnis gekommen sein, dass die orale Einnahme von Nachtkerzenöl keine über einen Placeboeffekt hinausreichende Wirkung haben soll. Bei Verwendung in Kosmetikprodukten (z.B. Hautcreme) wirken die Inhaltsstoffe beruhigend auf reizempfindliche, juckende, schuppige Haut und können entsprechend verwendet werden.

Nebenwirkungen: Nicht bekannt

Geschichtliches:

Der Name leitet sich aus dem Griechischen her (oinotheris : Blume mit Weingeruch der Wurzel, biennis weist auf die Zweijährigkeit der Pflanze hin).

1612 wurde die Nachtkerze erstmals im Botanischen Garten von Padua angepflanzt. Im Barockzeitalter war die Nachtkerze in den Prachtgärten sehr begehrt. Von dort ist ausgewildert und wurde in den Bauerngärten kultiviert.

Die Verwendung als Gemüsepflanze sorgte für ihre Verbreitung. Die schmackhaften fleischigen Wurzeln der Pflanze aus dem ersten Kulturjahr (im zweiten sind sie holzig und unbekömmlich) wurden – in Brühe gekocht – verzehrt. Das zarte Rosa der Wurzeln ließ die Menschen an Schinken denken, daher auch der Name „Schinkenwurzel“. Man glaubte, sie könne mehr Kraft verleihen als Ochsenfleisch.

Erst im 20. Jh. beschäftigten sich die Mediziner mit den Samen der Pflanze.

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Pflanzenfamilie: Nachtkerzengewächse Onagraceae
Anwendungsbereich: Hauterkrankungen, Magen/Darmstörungen
Blütenfarbe: gelb
Giftigkeit: ungiftig
Lebensdauer: zweijährig