Meerrettich

Armoracia rusticana

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Kren

Der Name Meerrettich hat eigentlich nichts mit dem Meer zu tun. Im englischen heißt die Pflanze „horse radish“ (Pferderettich), deshalb wäre Mährrettich die bessere Bezeichnung.

Der Meerrettich ist eine ausdauernde Pflanze aus der Familie der Kreuzblütengewächse (Cruciferae). Er wird bis zu 1,50 m hoch. Aus einer langen walzen- oder rübenförmigen Wurzel wächst ein aufrechter Blütenstängel, an dem in rispenähnlichen Blütenständen die weißen vierzähligen Blüten sitzen. Die Blätter sind groß und langgestielt mit einem gekerbten Rand. Die Frucht ist ein ovales Schötchen.

Blütezeit: Juni, Juli

Der Meerrettich ist in Südrussland und der Ukraine heimisch und in weiten Teilen Europas und Nordamerikas eingebürgert. Die Pflanze wird kulturmäßig angebaut, ist aber auch verwildert anzutreffen.

Verwendete Pflanzenteile:

Die Wurzeln; sie werden im Herbst oder im Frühjahr ausgegraben und frisch verwendet. Im oberen Teil sind die Wurzeln oft mehrköpfig, im unteren Teil verzweigt. Sie besitzen einen beißenden Geruch und schmecken scharf.

Wirkstoffe:

Senföl abspaltende Glykoside, Vitamin C, Kaliumsalze

Heilwirkung:

Die Meerrettichwurzel wird in der Schulmedizin nicht verwendet, dafür aber in der Volksheilkunde.

Auf Grund des Senfölgehalts wirken die Meerrettichwurzeln appetitanregend und verdauungsfördernd. Die Bildung von Magensaft wird angeregt, auch eine harntreibende Wirkung ist erwiesen. Es gibt auch Fertigpräparate, die gegen grippale Infekte, Entzündungen der Harnwege und Katarrhen der Atemwege eingesetzt werden.

Nebenwirkungen:

Bei empfindlichen Personen kann es zu allergischen Reaktionen kommen. Auch beim Reiben von Meerrettich ist Vorsicht geboten, weil die Augen gereizt werden.

Meerrettichwurzel sollte bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren keinesfalls verwendet werden, auch nicht bei Kindern unter vier Jahren.

Geschichtliches:

Der Meerrettich kam erst im frühen Mittelalter nach Mitteleuropa.

Hildegard von Bingen erwähnt ihn als Arzneipflanze und verwendet ihn bei Herz- und Lungenleiden.

In der Volksheilkunde wurde der Meerrettich früher auch bei Diabetes und Gicht verabreicht. Breiauflagen wurden gegen Muskel- und Nervenschmerzen verwendet,

Im 16.Jahrhundert war der Meerrettich weit verbreitet und diente in erster Linie als Küchengewürz.

Raupen, die Meerrettichblätter fressen, nehmen einen so abschreckend scharfen Geschmack an, dass sie von den Vögeln verschmäht werden.

Pflanzenfamilie: Kreuzblütler Brassicaceae
Anwendungsbereich: Harnwegserkrankungen, Gewürz
Blütenfarbe: weiß
Giftigkeit: ungiftig
Lebensdauer: ausdauernd