Lungenkraut

Pulmonaria officinalis

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Echtes Lungenkraut, blaue Schlüsselblume, Fleckenkraut, Lungenwurz, Ochsenzunge

Der Name leitet sich vom lateinischen pulmo = Lunge ab. Man meinte in den hellen Flecken auf den Blättern die Lungenbläschen zu erkennen.

Die Pflanze aus der Familie der Borretschgewächse (Boraginaceae) treibt aus einem Wurzelstock eine Blattrosette und einen Blütenspross, an dessen Enden die Blüten z mehreren angeordnet sind. Die Blüten sind anfangs rötlich und werden später blau. Die Blütenblätter sind wie der Kelch zu einer Röhre verwachsen. Die Blätter sind dunkelgrün, oft hell gefleckt und wie Stängel und Kelchblätter rau behaart.

Das Lungenkraut ist in Europa heimisch und in Laubwäldern anzutreffen.

Verwendete Pflanzenteile:

Kraut (Herba Pulmonariae)

Inhaltsstoffe:

Als Hauptinhaltsstoff enthält das Lungenkraut Schleim, dazu Gerbstoffe, Saponine, Mineralien, Kieselsäure, Flavonoide

Heilwirkung:

Das Lungenkraut ist eine Droge der Volksheilkunde. Bei Erkrankungen der Atemwege wirken die Saponine auswurffördernd und reizlindernd. Es wurde früher zur Behandlung der Tuberkulose verwendet. In der Schulmedizin spielte das Lungenkraut nie eine Rolle.

Nebenwirkungen:

Nicht bekannt

Geschichtliches:

In der Medizin der Antike war das Lungenkraut unbekannt. Erst im Mittelalter beobachtete man die Heilwirkung der Pflanze. Hildegard von Bingen nannte sie Lungenwurtz.

In den Kräuterbüchern des 16. Und 17. Jahrhunderts wird die Droge bei Erkrankungen der Brust und der Lunge empfohlen.

Paracelsus (1493 – 1541) machte auf die günstigen Wirkungen der Pflanze aufmerksam. Durch seine Signaturenlehre („Die Natur zeichnet ein jegliches Gewächs, so von ihr ausgeht, zudem, dazu es gut ist“) meinte man in den Blättern und Blüten einen Hinweis auf den Einsatz bei Lungenleiden erkennen zu können.

(Blätter haben die Form von Lungenflügeln, Flecken = Lungenbläschen, rote Blüten stehen für arterielles Blut, blaue Blüten für sauerstoffarmes Blut)

Der Volksmund dichtete der Pflanze an, dass die hellen Flecken auf den Blättern daher kämen, dass die Milch der Mutter Maria auf diese getropft wäre. (In England nennt man die Pflanze auch „Virgin Mary’s milk-drops = Milchtropfen unsrer lieben Frau.)

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Pflanzenfamilie: Raublattgewächse Boraginaceae
Anwendungsbereich: Atemwegserkrankungen
Blütenfarbe: blau
Giftigkeit: ungiftig
Lebensdauer: ausdauernd