Löwenzahn

Taraxacum officinalis

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Pusteblume, Kuhblume, Butterblume, Kettenblume, Ackerzichorie, Bettseicher, Pissenlit (aus dem französischen eingedeutscht, drückt in drastischer Weise die Wirkung der Pflanze auf die Nieren aus). Löwenzahn ist die Pflanze mit den meisten Volksnamen, 500 bis 600 werden geschätzt. Die amerikanische Kräuterfrau Susan Weed schlägt vor, dem Löwenzahn die Ehrendoktorwürde zu verleihen: Dr. s.h. „Doktor Selbstheilung“.

Der Löwenzahn ist eine ausdauernde Pflanze aus der Familie der Korbblütengewächse (Asteraceae). Er ist auf der nördlichen Erdhalbkugel heimisch und kommt auf Wiesen und Weiden, an Wegrändern und auf Ackerflächen vor. Während der Blütezeit (April bis Juni) verwandelt er ganze Wiesen in gelbe Blütenmeere. Mit einer langen Pfahlwurzel (bis zu 30 cm) holt die Pflanze die Nährstoffe aus tieferen Bodenschichten und reichert zugleich den Boden mit Wurzelsekreten an. Die Blätter stehen in einer grundständigen Blattrosette. Sie sind bis 25 cm lang, stark gelappt und grobgezähnt. Die Blüten stehen einzeln auf hohlen Stängeln, die – wie auch die Blätter - einen weißen Milchsaft enthalten. Das Blütenköpfchen besitzt zahlreiche leuchtend gelbe Blüten, die wetterfühlig sind und bei Regen geschlossen bleiben. Die Früchte haben eine weiße, strahlenförmig ausgebreitete Haarkrone. Die Fruchtstände, die Pusteblumen, wurden zu allen Zeiten als Liebesorakel befragt.

Mit seiner Kraft kann der Löwenzahn sogar die Teerdecken von Straßen und Fahrwegen sprengen.. Verwechslungen mit giftigen Pflanzen sind auch für ungeübte Sammler praktisch ausgeschlossen.

Verwendete Pflanzenteile:

Die ganze Pflanze, die in den Monaten April und Mai mit den Wurzeln aus der Erde gestochen und bei künstlicher Wärme bis 40 ° C getrocknet wird.

Löwenzahn schmeckt bitter – und gut! Die Pflanze ist wertvoller als jede Vitaminpille wegen des hohen Vitamin- und Mineralstoffgehalts. Die Blätter werden als Zutat zu Salaten, Suppen und Soßen verwendet.

Wirkstoffe: Bitterstoffe, Fruktose, Inulin, Kalium, Eisen, Vitamine

Heilwirkung:

Die Zubereitungen des Löwenzahns (Teeaufguss, Frischpflanzenpresssaft) haben eine harntreibende Wirkung. Deshalb wird die Droge allein oder als Bestandteil von harntreibendem Tee zur unterstützenden Behandlung von rheumatischen Beschwerden und Nierensteinleiden eingesetzt. Auf Grund des Bitterstoffgehalts wirkt der Löwenzahn auch anregend auf Magen- und Gallensaft. Der Tee wird vorbeugend gegen Gallenkoliken, bei Verdauungsbeschwerden und Völlegefühl verwendet. In der Volksmedizin wird er auch als „Blutreinigungsmittel“ verwendet.

Nebenwirkungen: Bei Gallensteinleiden sollte auf die Verwendung von Löwenzahn verzichtet werden

Geschichtliches:

Der Löwenzahn hatte bereits in der griechischen Sagenwelt einen festen Platz. Die Zaubergöttin Hekate soll mit ihm den Helden Theseus bewirtet haben. Deshalb wird die Wurzel am besten im November, dem Monat Hekates, gesammelt.

Griechische und arabische Ärzte nutzten den Löwenzahn als Heilmittel.

Auch die Indianer Nordamerikas schätzten den Löwenzahn und rauchten seine getrockneten Blätter bei bestimmten schamanischen Ritualen.

Löwenzahn wurde früher nicht von anderen gelb blühenden Korbblütlern unterschieden. Auch die mittelalterlichen Autoren und Hildegard von Bingen erwähnen ihn nicht. Erst in den Kräuterbüchern des 16. Jahrhunderts (Hieronymus Bock) fand er eine umfangreiche Darstellung.

Dem Hexenglauben nach soll sich jeder Wunsch erfüllen, wenn man sich von Kopf bis Fuß mit Löwenzahn einreibt.

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Pflanzenfamilie: Korbblütler Asteraceae
Anwendungsbereich: Verdauungsförderung, Gallenbeschwerden
Blütenfarbe: gelb
Giftigkeit: ungiftig
Lebensdauer: ausdauernd