Kürbis

Cucurbita pepo

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Der Kürbis ist eine einjährige niederliegende oder rankende Pflanze aus der Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae). Er stammt ursprünglich aus Mexiko und den Südstaaten der USA. Heute wird er weltweit kultiviert.

Kürbis benötigt einen sonnigen Standort und gut gedüngten Boden. Die rankenden Triebe können eine Länge bis zu 10 Metern erreichen. Die Stängel sind kantig und steif behaart, ebenso die großen meist fünflappigen Blätter. Auf der Pflanze kommen große gestielte männliche und weibliche Blüten vor, die leuchtend gelb und glockenförmig aussehen. Die Frucht ist eine Beere, die größere Ausmaße annehmen kann. Sie haben eine ledrige Schale und faseriges, festes Fleisch. In ihnen entwickeln sich zahlreiche ovale flache Samen mit einem verdickten Rand von weißlicher oder grünlicher Farbe.

Blütezeit: Juni bis August

Es gibt inzwischen etwa 100 Kürbisarten mit zahlreichen Sorten, die als Gemüse-, Öl- und auch Zierpflanzen angebaut werden. Sie unterscheiden sich in Form, Farbe und Größe je nach kultivierter Sorte. Eine beliebte Zuchtform ist die Zucchini (Cucurbita pepo convarians giromontiina) mit gurkenähnlichen Früchten. Für arzneiliche Zwecke wird der steirische Ölkürbis bevorzugt, ebenso der Riesenkürbis.

Verwendete Pflanzenteile:

Samen und das daraus gepresste Öl

Wirkstoffe:

Fettes Öl, das Linolsäure, eine zweifach ungesättigte Fettsäure enthält, ätherisches Öl, Vitamine A,B,C und besonders Vitamin E, Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen. Manchmal ist der Gehalt an Carotin höher als der von Möhren.

Heilwirkung:

Die Kürbissamen werden bei Funktionsstörungen der Blase mit Beschwerden beim Wasserlassen verwendet ebenso bei gutartiger Prostatavergrößerung. Lignane, die zu den pflanzlichen Östrogenen gehören, wirken harmonisierend auf den Hormonspiegel. Bei Männern sollen sie eine gutartige Prostatavergrößerung verhindern helfen, bei Frauen die Blase stärken und einer drohenden Harninkontinenz vorbeugen.

Auch beim Bettnässen von Kindern sollen Kürbiskerne gut wirksam sein.

Eine Kur mit Kürbiskernen sollte über eine längere Zeit durchgeführt werden. Dabei werden morgens und abends 1 – 2 gehäufte Esslöffel Kürbiskerne mit etwas Flüssigkeit gegessen.

Die Volksmedizin empfiehlt das Fruchtfleisch roh oder zubereitet allen Menschen mit empfindlichen Nieren.

Kürbiskerne sind auch für die Aidsforschung interessant. Das in ihnen enthaltene Peponin soll die Vermehrung der HIV-1-Enzyme blockieren.

Nebenwirkungen: Nicht bekannt

Geschichtliches:

Der Gattungsname Cucurbita ist vom lateinischen Cucumis (Gurke) und von orbis (Erdkreis) abgeleitet, wahrscheinlich wegen der Form der Frucht.

Archäologische Funde lassen vermuten, dass der Kürbis schon vor 6000 Jahren von den Indios in Mexiko und Peru angebaut wurde. Die indianischen Völker nutzen den Kürbis als Hauptnahrungspflanze und Heilmittel. Er diente auch als Trinkgefäß, Schüssel oder Musikinstrument.

Cucurbita pepo wurde schon im 7. Jahrhundert arzneilich verwendet. Ein aus den unreifen Früchten gebranntes Wasser diente als Kühlungsmittel bei hohem Fieber und bei Augen und Ohrenschmerzen.

Bereits um 800 schon wurde der aus Indien stammende Flaschenkürbis (Cucurbita lagenaria) auf Anordnung Karls des Großen angebaut, der auch in vielen Schriften des Mittelalters erwähnt wird. In der Praxis der Klosterheilkunde wurde er allerdings eher selten eingesetzt.

Durch die spanischen Eroberer kam der Kürbis, der heute in der Heilkunde verwendet wird, nach Europa.

1620 wurden englische Siedler in Nordamerika während einer Hungersnot von den Wampanoag-Indianern mit Kürbis versorgt. Aus Dankbarkeit für diese gute Nahrungsquelle feierten sie ein Fest: Thanksgiving (vierter Donnerstag im November) mit Pumkin Pie (Kürbiskuchen). Die Kerne wurden an die Verwandten in Europa geschickt.

Kürbissamen/Kürbisöl diente früher auch als Mittel zur Bekämpfung von Band- und Spulwürmern.

Der Weltrekordkürbis, der am 02.10.2016 in Ludwigsburg ausgezeichnet wurde, wog 1190,5 Kilogramm.

Halloween „All Hallows Eve“: Die Kelten feierten am Novembervollmond ein Totenfest. Sie glaubten, dass dann die Tore zur Unterwelt offen stehen würden. Um den Segen der Verstorbenen zu empfangen, stellte man etwas zu essen vor die Tür und Lichter, die aus Rüben geschnitzt waren. Mit irischen Auswanderern kam der Brauch nach Amerika und wurde am Abend vor Allerheiligen begangen. Da es dort nur wenig Rüben ab, nahm man Kürbisse, die ausgehöhlt und aufgestellt wurden, um böse Geister zu vertreiben. Kleine Geschenke sollten die Geister auch freundlich stimmen. Heute ziehen in Amerika Kinder von Haus zu Haus um „Trick or Treat“ (Süßes, sonst gibt’s Saures) zu verkünden.

Im 2. Golfkrieg wurden in Deutschland 1991 vielerorts die Karnevalsumzüge abgesagt. Als Ersatz wurde Halloween populär gemacht, die Süßwarenindustrie nahm diesen Trend erfolgreich auf.

Pflanzenfamilie: Kürbisgewächse Cucurbitaceae
Anwendungsbereich: Reizblase, Nahrungsmittel
Blütenfarbe: gelb
Giftigkeit: ungiftig
Lebensdauer: einjährig