Kapuzinerkresse

Tropaeolum majus

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  • © AK Natur Stadtmarketing Lehrte
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Arzneipflanze des Jahres 2013

Salatblume, Großindische Kresse, Blume der Liebe, gelbes Vögerl

Die Kapuzinerkresse stammt aus Südamerika, ist inzwischen aber in Europa heimisch geworden. Sie ist die einzige Gattung der Familie der Kapuzinerkressengewächse (Tropaeolaceae). Sie ist eine einjährige, rankende und nicht winterharte Pflanze, die bis zu 3m lang werden kann. Sie ist niederliegend oder benötigt eine Rankhilfe. Bei uns kommt die Kapuzinerkresse nur in Gärten vor. Die Blätter sind nahezu rund und erinnern in ihrer Form an Schwimmblätter. Sie sitzen mittig auf den Stielen und sondern in kühlen Nächten Wasser aus Drüsen ab, die sich an den Blattränder befinden. In ihrer Mitte fangen sie Tau und Regentropfen ein. Wie Lotosblätter weisen sie den Schmutz ab. Vom Sommer bis zum Herbst bringt die Pflanze 5 cm große, dekorative, orangefarbene, gelbe oder rote Blüten hervor, die einer Mönchskapuze ähneln und mit einem langen Sporn ausgestattet sind.

Blütezeit: Mai bis Oktober, bis zum ersten Frost.

Aus den Blüten entstehen dicke, rundliche Samen.

Verwendete Pflanzenteile:

Blätter, Blüten

Inhaltsstoffe:

Vitamine B und C, Kalium, Calcium, Flavonoide, Oxalsäure, Senföle

Heilwirkung:

Die Kapuzinerkresse besitzt verdauungsfördernde, appetitanregende und antibiotische Eigenschaften. Sie stärkt die Abwehrkräfte und wirkt gegen Viren und Bakterien und Candidabefall. Die Senföle wirken auch schleimlösend, können Infektionen der oberen Atemwege wirksam bekämpfen und gegen Erkältung und bei Husten helfen. Auch Infektionen der Harnwege werden wirksam bekämpft. Kapuzinerkresse wirkt allerdings eher vorbeugend; für Akutfälle reichen die Wirkstoffe nicht aus.

Das Kraut findet in der Volksmedizin Verwendung. Bisher wurde es medizinisch kaum genutzt. An der Uni Würzburg wurde aber festgestellt, dass die Pflanze – je nach Krankheitsbild – genauso wirksam ist wie Antibiotika.

Alle Wirkstoffe der Kapuzinerkresse halten nicht sehr lange. Man sollte sie deshalb zügig ernten und verzehren. Eine Handvoll Blätter und Blüten als Salat zubereitet oder zur Dekoration eines Salates ist die verträgliche Menge.

Nebenwirkungen:

Ein Zuviel der Blätter und Blüten ist nicht ratsam, weil die Schärfe den Verdauungsapparat belasten kann.

Geschichtliches:

Die Pflanze kam im 16. Jahrhundert durch die spanischen Eroberer von Peru nach Europa. Sie erhielt den Namen Nasturcium indicum – Großindische Kresse. Da sie zuvor in Europa nicht bekannt war, wird sie in alten Kräuterbüchern nicht erwähnt.

Der Name Tropaeolum leitet sich ab vom lateinischen „tropaeum“ (Trophäe), mit Waffen behängter Baum. Nach einem Kampf stellte man einen Baumstamm auf das Schlachtfeld und behängte ihn mit den Schilden und Helmen. Die Blätter der Kapuzinerkresse wurden als Schilde angesehen und die Blüten als Helme.

Kresse ist abgeleitet von „cresso“ = scharf.

Kapuzinerkresse sollte nicht gedüngt werden, weil sie sonst kaum Blüten ausbildet.

Sie wirkt abweisend auf Ameisen, Schnecken und Wühlmäuse.

Die Raupen des Kohlweißlings lieben die Pflanze, Blattläuse werden regelrecht angelockt.

Kapuzinerkresse verträgt sich nicht mit Petersilie.

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Pflanzenfamilie: Kapuzinerkressengewächse Tropaeolaceae
Anwendungsbereich: Atemwegserkrankungen, Harnwegserkrankungen
Blütenfarbe: gelb, rot
Giftigkeit: ungiftig
Lebensdauer: einjährig