Kamille

Chamomilla recutita

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Heilpflanze des Jahres 2002

Echte Kamille, Kleine Kamille, Deutsche Kamille, Feldkamille, Mägdeblume, Helmchen, Kummerblume, Mutterkraut, Kindbettblume

Die Kamille ist eines des ältesten Heilkräuter der Menschheit. Sie war den Ägyptern, Griechen, Römern und Germanen bekannt. Ursprünglich stammt sie aus Süd- und Osteuropa, ist heute aber in ganz Europa auf sandigen bis lehmigen Böden als Unkraut an Ackerrainen, Wegrändern und auf Brachflächen verbreitet. Sie ist eine einjährige krautige Pflanze, die einen starken Geruch verströmt, 40 bis 50 cm hoch wird und zur Familie der Korbblütengewächse (Asteraceae) gehört. Die Blätter bilden zunächst eine Rosette, aus der der Stängel hervor wächst. Er ist kahl und meist stark verzweigt, die Blätter sind schmal und zwei bis dreifach fiederschnittig. Am Ende der Stängel sitzen die Blüten mit gelben Röhrenblüten und weißen Zungenblüten, die am Ende der Blütezeit zurückgeschlagen sind. Der Blütenboden ist anfangs flach, später kegelförmig und hohl.

Blütezeit: Mai bis September; Sammelzeit: Juni bis August

Die Echte Kamille ist ein Getreideunkraut, aber man weiß, dass sie als alte Begleitpflanze des Getreides das Wachstum und den Ertrag von Weizenähren günstig beeinflusst. Auch sollen Kamillen, die im Getreidefeld wachsen, den höchsten Wirkstoffgehalt haben.

Verwendete Pflanzenteile:
Blüten (ganz oder teilweise zerfallen); der beste Zeitpunkt für das Sammeln ist der dritte bis fünfte Tag nach dem Aufblühen.

Inhaltsstoffe: Ätherische Öle, z.B. Matricin, Chamazulen (das sich bei der Destillation blau färbt), Flavonoide, Cumarine

Heilwirkung:
Die Kamillenblüten wirken entzündungshemmend, wundheilend, beruhigend und krampflösend. Äußerlich werden sie bei schlecht heilenden Wunden und bei Entzündungen des Haut-, Schleimhaut- und des Zahnfleisch angewandt. Kamillentee beruhigt akute Magenbeschwerden und chronische Magen- und Darmerkrankungen. Als homöopathisches Mittel kann Chamomilla u.a. zahnende Kinder beruhigen.

Nebenwirkungen:
Ständiger Gebrauch kann bei hoher Dosierung evtl. Schwindel und nervöse Unruhe verursachen. Kamillentee sollte nicht für Augenspülungen (Gerstenkorn) wegen möglicher Allergien gegen Korbblüten verwendet werden.

Geschichtliches:
Im alten Ägypten war das Ansehen der Kamille so hoch, dass man sie wegen ihres gelben Blütenbodens als Blume des Sonnengottes verehrte.

In der Klosterheilkunde steht die Kamille im Mittelpunkt der Herbarien und Rezeptsammlungen. Sie wurde aber nicht im Klostergarten angebaut, sondern am Wegrand gepflückt. Bereits zu Zeiten Karls des Großen konnte ein Kamillenöl zubereitet werden, das zu Mundspülungen bei schmerzendem und entzündetem Zahnfleisch gebraucht wurde.

Mancherorts wurde die Heilkraft der Kamille so hoch eingeschätzt, dass man aus Ehrfurcht vor ihr den Hut zog. Auch im Aberglauben spielte die Kamille eine große Rolle. Kamillensträuße - in die Stube gehängt - sollten vor Hexen warnen. Man glaubte, dass sich der Strauß bewegte, sobald eine Hexe den Raum betrat. Kränze aus Kamille, die am Johannistag an die Haustür gehängt werden, sollten vor Blitzschlag, Sturmschäden und Brandkatastrophen schützen.

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Pflanzenfamilie: Korbblütler Asteraceae
Anwendungsbereich: Magen-Darm-Erkrankungen, Hautpflege, Entzündungen
Blütenfarbe: weiß, gelb
Giftigkeit: ungiftig
Lebensdauer: einjährig