Johanniskraut

Hypericum perforatum

Bild 1 von 1

  • © AK Natur Stadtmarketing Lehrte
    © AK Natur Stadtmarketing Lehrte

Heilpflanze 1995 – Arzneipflanze 2015

Tüpfelhartheu, Löcherkraut, Blutkraut, Wundkraut, Jageteufel, Hexenkraut, Johannisblut

Das Johanniskraut ist eine ausdauernde Pflanze aus der Familie der Hartheugewächse (Hypericaceae). Es ist in ganz Europa, Westasien und Nordafrika heimisch und wächst an sonnigen Standorten an Wegrändern, in Gebüschen und auf Wiesen. Aus einem weitverzweigten Wurzelstock treiben im Frühjahr aufrechte, meist 40 bis 50 cm hohe Stängel, an denen zwei Längsleisten fühlbar sind.

Die gegenständigen Blätter sind oval-länglich und ganzrandig. Sie enthalten Öldrüsen (wie auch die Blütenblätter). Diese sind als Punkte zwischen den Blattadern zu erkennen. Die Blüten mit fünf leuchtend-gelben Blütenblättern und zahlreichen Staubgefäßen stehen in endständigen rispenähnlichen Blütenständen.

(Blütezeit Mai bis August)

Die Frucht ist eine vielsamige Kapsel.

Verwendete Pflanzenteile:

Getrocknete oberirdische Teile der Pflanze

Inhaltsstoffe:

Hypericin (roter Farbstoff), ätherisches Öl, Flavonoide, Gerbstoffe

Heilwirkung:

Durch den Hypericingehalt wirkt ein Auszug der Droge mild beruhigend, jedoch erst nach regelmäßiger Einnahme über mehrere Wochen. Als Tee oder Fertigpräparat wird Johanniskraut zur unterstützenden Behandlung bei leichten Depressionen („Arnika der Nerven“), nervöser Unruhe, Erschöpfung, Schlafstörungen eingesetzt.

Das Öl wird als Wundmittel bei Verbrennungen, Sonnenbrand und Herpes genutzt.

Nebenwirkung:

Bei hellhäutigen Menschen kann es nach längerer Anwendung der Droge zur Ausbildung einer Überempfindlichkeit gegen Sonnenlicht (Photosensibilisierung durch Hypericin) kommen. Sie äußert sich durch sonnenbrandähnliche Entzündungen von Hautpartien, die der Sonne ausgesetzt waren.

Geschichtliches:

Der Gattungsname „Hypericum“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „über“ (hyper) „dem Bild“ (eikon). Es hebt die menschliche Psyche über die dunklen inneren Bilder von Depressionen und durchflutet sie mit Licht. Der Artname „perforatum“ (lat., durchlöchert) nimmt Bezug auf die durchscheinend punktierten Blätter.

Der deutsche Name Johanniskraut wurde gewählt, weil die Pflanze meist um den Johannistag (24. Juni) herum in voller Blüte steht. Der Name „Hartheu“ erklärt die harten Stängel, die kein gutes Heu ergeben.

Bereits im Altertum und im Mittelalter genoss das Johanniskraut als Arzneipflanze große Bedeutung (Erwähnung in den Schriften Dioskurides und in Kräuterbüchern). Für Parcelsus war die Pflanze eine Art Universalmittel, von Gott den Menschen zur Hilfe und Heilung geschenkt. Es wurde gegen viele Beschwerden empfohlen z.B. Melancholie, nervöse Zustände, innerliche und äußere Wunden.

Der Fünfstern der Blüten war ein Zeichen für die guten Kräfte, das heilige Symbol der Druiden sowohl wie die fünf Wundmale Christi.

Im Mittelalter galt das Johanniskraut als Dämonen abwehrende Pflanze. Die Bauern hängten die Pflanze in die Ställe, um das Vieh vor Verzauberung zu schützen. Der Teufel selbst soll die Blätter des Johanniskrauts durchlöchert haben, weil er sich über dessen Heilkraft ärgerte.

Bis ins vorletzte Jahrhundert war der Brauch lebendig, einen Kranz aus dem Kraut auf das Dach des Hauses zu werfen, um es vor Blitzschlag zu schützen.

Aus Brandenburg stammt die Überlieferung, dass Flintenläufe, die im Inneren mit dem roten Saft des Krauts bestrichen wurden, jede Kugel sicher an ihr Ziel bringen würden.

Die moderne Heilkunde hat inzwischen klinisch bewiesen, dass die Pflanze zentral auf das Gehirn einwirken kann.

© AK Natur Stadtmarketing Lehrte
© AK Natur Stadtmarketing Lehrte
Pflanzenfamilie: Hartheugewächse Hypericaceae
Anwendungsbereich: Depressive Verstimmung, Herpes
Blütenfarbe: gelb
Giftigkeit: ungiftig
Lebensdauer: ausdauernd