Kleines Immergrün

Vinca minor

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Gemeines Immergrün, Kleines Immergrün, Jungfernkraut, Totengrün, Totenveilchen

Das kleine Immergrün ist ein Halbstrauch, der verbreitet in Europa bis Westasien in Laub- und Auwäldern auf nährstoffreichen Ton- oder Lehmböden vorkommt. Es gehört zur Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae). Seinen Namen erhält es von den immergrünen, ledrigen, ganzrandigen, eiförmigen, kurzgestielten, harten Blättern. Sie sind bis 5 cm lang mit glänzender Oberseite und gelber Unterseite. Das Kleine Immergrün erreicht Wuchshöhen bis zu 15 cm. Die niederliegenden Triebe können sich an Knoten bewurzeln und Längen von bis zu 2 m pro Jahr erreichen. Die Blühtriebe stehen aufrecht. Die hellblauen Blüten sind fünfzählig und stehen einzeln in den Blattachseln. Die Kronblätter sind zu einer 11 mm langen Röhre verwachsen, an dessen Grund sich der Nektar befindet. Die Blüten werden von Schmetterlingen und Bienen besucht, auch Selbstbestäubung ist möglich. Es werden kaum Samen ausgebildet, überwiegend vermehrt sich die Pflanze vegetativ über die Triebe.

Blütezeit: April, Mai

Das Kleine Immergrün ist in allen Teilen giftig.

Verwendete Pflanzenteile: Blätter, die zur Blütezeit geerntet und getrocknet werden.

Inhaltsstoffe: Mehr als 40 Alkaloide, (z.B. Eburnamenin, Vincamin, Vincin), Flavonoide, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Saponine

Heilwirkung:

Die Vinca-Alkaloide finden Anwendung in der Chemotherapie z.B. bei Lyphomen, Brustkrebs und Lungenkrebs. Vincamin bremst das Wachstum der weißen Blutkörperchen und eignet sich zur Behandlung von Leukämie.

Homöopathisch wird Vinca minor bei nässenden juckenden Hautausschlägen, Milchschorf, Mundschleimhauentzündungen und anhaltenden Blutungen in den Wechseljahren eingesetzt.

In der Volksheilkunde wurde die Droge zur Behandlung von zahlreichen Krankheiten verwendet, z.B. zur Verbesserung der Hirndurchblutung, bei Gedächtnisschwäche, auch bei Husten, Halsentzündungen und Verdauungsproblemen.

Nebenwirkungen:

Herz-Kreislaufbeschwerden sind möglich. Wegen der Giftigkeit der Pflanze verbietet sich eine Selbstbehandlung mit Immergrün.

1986 wurde die Zulassung von Präparaten, die Immergrün enthalten, widerrufen, weil sich im Tierversuch starke Blutbildveränderungen gezeigt hatten. Synthetisch hergestellte Präparate, Fertigpräparate, auch Homöopathika sind davon nicht betroffen.

Geschichtliches:

Der Gattungsname „Vinca“ leitet sich aus dem lateinischen ab von pervincire = umwinden. Früher haben sich Mädchen gern Kränze aus Immergrün gewunden.

Immergrün gelangte im Mittelalter als Gartenpflanze nach Mitteleuropa, wo es mancherorts verwilderte.

Im 16. Jahrhundert war die Pflanze in den Gärten weit verbreitet und wurde medizinisch verwendet gegen Durchfälle, Zahnschmerzen und Nasenbluten.

Pflanzenfamilie: Hundsgiftgewächse Apocynaceae
Anwendungsbereich: Durchblutungsförderung
Blütenfarbe: blau
Giftigkeit: schwach giftig
Lebensdauer: ausdauernd