Herbstzeitlose

Colchicum autumnale

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Wiesensafran, Giftkrokus, Teufelswurz, Herbstblume, Hennengift

Die Herbstzeitlose ist eine tödlich giftige Pflanze, die zu den Zeitlosengewächsen (Colchicaceae) gehört.

Die Herbstzeitlose ist in Mittel-, Süd- und Westeuropa und in Nordafrika heimisch und kommt auf nährstoffreichen feuchten Wiesen besonders in Berggegenden vor. Sie ist ein Geophyt, d.h. dass Pflanzenteile, die ungünstige Jahreszeiten überdauern, unterirdisch liegen. Während des Winters wird die ursprüngliche Sprossknolle abgebaut und drüber eine neue angelegt. Gleichzeitig wächst der Seitenspross zu einer neuen Knolle heran.

In der Blütenform ähnelt die Herbstzeitlose dem Krokus. Die rosafarbenen Blüten mit sechs Blütenblättern, die zu trichterförmigen Kronröhren verwachsen sind, erscheinen ab August. Im Frühjahr bildet die Pflanze aus der bis 7 cm langen braunschuppigen Knolle breite lanzettliche Blätter. Im Frühsommer welken die Blätter und ziehen sich in die Erde zurück. Die Frucht – eine eiförmige Kapsel mit zahlreichen kleinen schwarzbraunen Samen, die in den Monaten Juni/Juli reifen - wird erst zur Reifezeit im Frühsommer mit den Blättern über die Erde geschoben.

Verwendete Pflanzenteile:

Samen und Knolle (Zwiebel); die Früchte werden im Juni/Juli abgeschnitten und im Schatten getrocknet. Die Samen sind schwärzlich-braun, kugelig und 1 bis 3 mm dick.

Inhaltsstoffe:

Alkaloid Colchicin, ein Zellgift, das entzündungshemmend und schmerzlindernd wirkt und die Vermehrung rasch wachsender Zellen bremst oder zum Stillstand bringt. Es soll in der Knolle nur vor der Samenreife enthalten sein und in den Samen in konstanter Menge von 0,3 bis 0,5% vorkommen. Der höchste Gehalt an Gift ist in der Blüte (bis 1,8%). Auch in getrockneten Pflanzenteilen bleibt das Alkaloid erhalten. Etwa 20 weitere Alkaloide.

Innerlich eingenommen kann bereits die Menge von 5g der Samen (1,2 bis 1,5 g für Kinder) tödlich wirken.

Heilwirkung:

Zubereitungen aus der Pflanze dienten seit alten Zeiten als Gichtmittel. Colchicin wirkt zuverlässig beim akuten Gichtanfall. Es hemmt die Vermehrung von Zellen, so dass es früher in der Krebstherapie eingesetzt wurde. Wegen der heftigen Nebenwirkungen hat man diese Therapieform aber wieder aufgegeben.

Nebenwirkungen:

Bei üblicher Dosierung können Durchfall und Erbrechen auftreten. Bei Überdosierung ist die Droge ein Kapillargift. Toxische Dosen wirken lähmend auf Kreislauf und Atmung.

Bereits das Pflücken der Blüten kann für Kinder zu Vergiftungserscheinungen führen, die aber erst mit Verzögerung eintreten. Die Herbstzeitlose ist auch für viele heimische Tiere giftig.

Geschichtliches:

Der Gattungsname Colchicum geht auf Colchis, eine Landschaft an der Ostküste des Schwarzen Meeres zurück, der Heimat der Giftmischerin Medea aus der griechischen Mythologie.

Im Volksglauben galt die Herbstzeitlose als giftiges Hexenkraut. In der Walpurgisnacht sollen die Hexen auf die Wiesen gegangen sein, um aus den Blüten und Blättern einen Salat zuzubereiten, mit dem sie Menschen und Tiere vergifteten.

Die deutsche Bezeichnung und der Artname weisen auf die Blütezeit im Herbst hin. Auf Grund der Blütezeit im Herbst galt die Herbstzeitlose als Ankündigerin des Winters.

Dioskurides beschrieb eine in Griechenland vorkommende Colchicumart als gefährliche Giftpflanze und warnte vor der Verwechslung mit der Küchenzwiebel.

Karl der Große soll durch das Samenpulver der Herbstzeitlose von Hautkrebs geheilt worden sein.

Das Colchicin wird verwendet um Zuchtpflanzen (z.B. Weizen, Erdbeeren) ertragreicher zu machen. Colchicin verhindert die Zellteilung, so werden Zellen mit doppeltem Chromosomensatz gebildet, jede einzelne Zelle wird größer.

Pflanzenfamilie: Zeitlosengewächse Colchicacea
Anwendungsbereich: Gicht
Blütenfarbe: rot
Giftigkeit: tödlich giftig
Lebensdauer: ausdauernd