Gartenkresse

Lepidium sativum

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Die Gartenkresse ist eine einjährige krautige Pflanze aus der Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae). Sie stammt wahrscheinlich aus Zentralasien und wird heute weltweit in gemäßigten bis warmen Gebieten wegen der gesundheitsfördernden Wirkung kultiviert. Kresse wird 20 bis 50 cm hoch. Die Stängel sind kahl, bläulich-grün und nach oben verzweigt. Sie hat langgestielte Grundblätter und fiederschnittige mittlere Blätter. Die oberen Stängelblätter sind ungeteilt lineal. Die Farbe der Blüten ist weiß bis rosa. Die Samen wachsen in kleinen rundlich-eiförmigen Schötchen heran. Sie sind hellbraun und gehen nach der Aussaat innerhalb weniger Tage auf. Kresse kann in Schalen oder Schachteln auf feuchtem Sand oder feuchter Watte gezogen werden. Wenn die Pflanzen etwa 5 cm hoch sind, kann bereits die Ernte erfolgen. Bei warmen Temperaturen entwickeln sich die Pflanzen sehr schnell.

Verwendete Pflanzenteile: Das frische oder getrocknete Kraut

Inhaltsstoffe:

Ätherisches Öl (ca. 0,1%),Vitamin C (30 mg in 100 g Grünmasse), Senfölglykoside, Carotin, Kalium, B-Vitamine

Heilwirkung:

Kresseblätter regen den Stoffwechsel und die Magensaftsekretion an. Sie wirken harn- und galletreibend und fördern die Bildung von roten Blutkörperchen. Volksheilkundlich wird Kresse bei Verstopfung, zu geringer Harnausscheidung und Vitamin C-Mangel eingesetzt. In der Küche dient Kresse als Gewürz oder Salatzugabe.

Kresse kann bei stillenden Müttern die Milchbildung anregen. Sie soll auch bei Haarausfall und Kopfschmerzen helfen.

Nebenwirkungen:

Das Senföl der Gartenkresse kann bei hoher Konzentration zu Irritationen der Haut führen. Innerlich verabreicht diente es früher als Abortivum.

Verwendung:

Als Gewürz verwendet man ausschließlich die frischen, jungen Grundblätter. Der Geschmack ist angenehm scharf und erinnert an Senf und Meerrettich. Gartenkresse ist ein sehr gesundes Gewürzkraut für Salate und Quark und dient auch zur Dekoration bei kalten Buffets. Auf Grund des besonderen, intensiven Geschmacks sollte Kresse bevorzugt als Sologewürz verwendet werden. Kresse gehört aber auch zu den sieben Kräutern der Frankfurter Grünen Soße.

Geschichtliches:

Der Name „Kresse“ leitet sich ab vom lateinischen „crescere“ = wachsen oder von „cresso“= scharf.

Kressesamen wurden schon in den Pharaonengräbern gefunden. Auch die Griechen und Römer schätzten die Pflanze. Karl der Große ordnete den Anbau von Kresse in seinem „Capitulare de villis“ an.

Kresse wird auch in der Bioindikation verwendet: anhand des Keimverhaltens kann eine Belastung von Luft, Wasser oder Boden erkannt werden.

Pflanzenfamilie: Kreuzblütler Brassicaceae
Anwendungsbereich: Gewürz
Blütenfarbe: weiß
Giftigkeit: ungiftig
Lebensdauer: einjährig