Frühlings-Adonisröschen

Adonis vernalis

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  • © AK Natur Stadtmarketing Lehrte
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Das Frühlingsadonisröschen stammt aus Sibirien. Es gedeiht in Trockenwiesen und Halbtrockenrasenflächen auf humosen Böden. Es ist eine ausdauernde krautige Pflanze von 10 bis 40 cm Höhe aus der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Das Wurzelsystem ist reich verzweigt und reicht bis zu 1 m tief in die Erde. Die Stängel wachsen aufrecht und sind unverzweigt, die Laubblätter sind fein gefiedert. Die Blüten stehen einzeln am Ende der Stängel. Sie haben 5 Kelchblätter und 10 bis 20 Blütenblätter von hellgelber Farbe und wenden sich der Sonne zu. Der Gattungsname „Adonis“ ist nur zu verstehen, wenn man weiß, dass es die rotblühende Art (Adonis aestivalis) gibt. Der Artname „vernalis“ weist auf die Blütezeit im Frühling (lat. ver) hin, Blütezeit: April – Mai.

Die Pflanze gilt als stark gefährdet. In Brandenburg an der Grenze zu Polen (Oderbruch bei Lebus) soll es noch größere Bestände geben. Überall dort, wo Wiesen durch Beweidung kurz gehalten werden, kann das Frühlingsadonisröschen wachsen. Es eignet sich nicht für Pflanzungen mit anderen Arten, weil deren Wachstum gebremst wird. Vor Schnecken sollte es geschützt werden.

Aus den Blüten entwickeln sich kugelige Sammelfrüchte mit eiförmigen Nüsschen, die bis zu 5 mm lang und durch Ameisen verbreitet werden.

Die Pflanze ist giftig!

Verwendete Pflanzenteile:

Die getrockneten oberirdischen Teile der blühenden Pflanze

Inhaltsstoffe:

Etwa 30 herzwirksame Glykoside

Heilwirkung:

Adonis wird heute meist in Kombination mit anderen herzwirksamen Pflanzen, (z.B. Maiglöckchen) bei Herzleistungsschwäche oder nervösen Herzbeschwerden mit Unruhegefühl verwendet. Die Wirkung setzt schneller ein als beim Roten Fingerhut, ist aber schwächer und weniger anhaltend.

Nebenwirkungen:

Reizungen des Magen-Darm-Trakts mit Übelkeit, Erbrechen, Krämpfen oder Durchfall können auftreten.

Geschichtliches:

Als Pflanze der nördlichen Regionen war das Frühlingsadonisröschen den antiken Autoren nicht bekannt.

Im 18. Jahrhundert wurde es zur „Modeheilpflanze“, die bei Hauterkrankungen, Harn- und Steinleiden eingesetzt wurde. Große Mengen der Wurzel wurden ausgegraben und verkauft. Dadurch ist es heute selten und steht streng unter Naturschutz.

Bis in die 1880er Jahre wurde das Frühlingsadonisröschen nur volksheilkundlich genutzt.

© AK Natur Stadtmarketing Lehrte
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Pflanzenfamilie: Hahnenfußgewächse Ranunculaceae
Anwendungsbereich: Herzerkrankungen
Blütenfarbe: gelb
Giftigkeit: giftig
Lebensdauer: ausdauernd