Engelwurz

Angelica archangelica

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Die Engelwurz gehört zur Familie der Doldengewächse (Apiaceen). Sie ist eine zwei bis vierjährige Pflanze. Aus einer annähernd rübenförmigen Wurzel wächst im zweiten Vegetationsjahr ein hohler Stängel, der gerillt und hohl und im oberen Bereich rötlich angelaufen und verzweigt ist. Die Blätter sind groß und ein- bis dreifach fiederschnittig. Sie sitzen auf großen aufgeblasenen Blattscheiden. Die Blüten sind grünweißlich oder gelblich und stehen in großen halbkugeligen Dolden. Blütezeit: Juni bis August. Nach der Blüte und dem Fruchten stirbt die Pflanze ab.

Die Engelwurz ist in Europa und Teilen Asiens heimisch. Sie bevorzugt nährstoffreiche feuchte Wiesen, Gräben oder Flussufer.

Verwendete Pflanzenteile:

Die Wurzelstöcke und Wurzeln mindestens zweijähriger Pflanzen, die im Herbst ausgegraben und getrocknet werden. Sie haben einen stark würzigen Geruch und einen zunächst aromatischen, später scharfen, bitteren und anhaltend brennenden Geschmack. Auch die Blätter (volkstümlich als Tee) und die Früchte (Likörindustrie: z.B. Benediktiner) werden arzneilich genutzt.

Inhaltsstoffe:

Ätherisches Öl, Furanokumarine, Kumarine, Gerbstoffe, Bitterstoffe

Heilwirkung:

Die Angelikawurzel gehört zu den aromatischen Bittermitteln. Durch sie wird die Magensaftbildung angeregt. Sie wirkt ebenfalls appetitanregend und verdauungsfördernd, blähungstreibend und schwach krampflösend. Sie wird bei Völlegefühl und leichten krampfartigen Magen-Darmstörungen verwendet.

Nebenwirkungen:

Nicht bekannt. Bei Magen- und Darmgeschwüren sollte die Engelwurz nicht eingesetzt werden. Die Furanokumarine können auch eine Überempfindlichkeit gegen Sonnenlicht oder künstliche UV-Strahlen hervorrufen.

Geschichtliches:

Der Gattungsname „Angelica“ kommt aus dem lateinischen und heißt Engel. Nach einer Sage soll ein Engel die Pflanze den Menschen gezeigt haben. Auch im Artnamen kommt diese Kennzeichnung vor.

Die Griechen und Römer kannten die Engelwurz nicht, da die Pflanze aus dem Norden (Skandinavien) nach Mitteleuropa gelangte. Die Engelwurz wird seit dem 14. Jh. in Mitteleuropa kultiviert. Die jungen Stängel und Blattstiele wurden als Gemüse gegessen.

Im 16. Jh. war sie eine häufige Gartenpflanze und wurde auch arzneilich genutzt. Sie galt auch als Mittel gegen die Pest und andere Infektionskrankheiten. Das Riechen an einer mit Essig getränkten Wurzel sollte vor der Erkrankung schützen.

Pflanzenfamilie: Doldenblütler Apiaceae
Anwendungsbereich: Verdauungsbeschwerden, Bittermittel
Blütenfarbe: grün
Giftigkeit: ungiftig
Lebensdauer: ausdauernd