Damaszenerrose

Rosa damascena

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  • Mme Hardy. © AK Natur Stadtmarketing Lehrte
    Mme Hardy. © AK Natur Stadtmarketing Lehrte
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  • Rose de Resht. © AK Natur Stadtmarketing Lehrte
    Rose de Resht. © AK Natur Stadtmarketing Lehrte
  • Rose de Resht. © AK Natur Stadtmarketing Lehrte
    Rose de Resht. © AK Natur Stadtmarketing Lehrte

Heilpflanze des Jahres 2013

Die Damaszenerrose (Rosa damascena) gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae), von denen es mehr als 2000 Arten gibt. Schon seit der Antike werden Damaszenerrosen kultiviert. Vermutlich kamen sie durch die Kreuzzüge aus Persien nach Europa. Sie wachsen als 1 bis 3 m hohe Sträucher mit lockeren, bogig abstehenden Trieben, an denen viele hakenförmige Stacheln sitzen. Die Blätter sind hellgrün und unpaarig gefiedert. Damaszenerrosen lassen sich in zwei Gruppen unterteilen: in die einmal blühende (sommerblühende) und die mehrmals blühende (herbstblühende) Form. Damaszenerrosen duften stark und bringen weiße oder rosafarbige nickende Blüten hervor, die halb oder ganz gefüllt sind und immer in Büscheln zusammen stehen. Die Sommerdamaszenerrose liefert vor allem das geschätzte Rosenöl. Auch aus Essigrosen (Rosa gallica) und Zentifolien (Rosa centifolia) wird Rosenöl gewonnen. Heute ist die Damaszenerrose in allen warmen Zonen verbreitet.

Sorten:

Madame Hardy, 1832, weiß, kletternd,

Rose de Resht, vor 1880, purpurfarben,

York and Lancaster, 1551, weiß-rot (erinnert an die sogenannten Rosenkriege um das englische Königshaus 1445 - 1485)

Die größten Anbaugebiete von Damaszenerrosen liegen heute in Bulgarien.

Verwendete Pflanzenteile:

Blütenblätter, die kurz vor dem völligen Aufblühen gesammelt werden.

Inhaltsstoffe:

Das ätherische Öl der frischen Kronblätter enthält bis zu 400 verschiedene Einzelsubstanzen, z.B. Geraniol, Eugenol und Citronellol. Es dient vor allem als Grundlage für Parfüme und Kosmetika und wird durch Wasserdampfdestillation industriell gewonnen. Das dabei anfallende Destillationswasser ist das Rosenwasser, das ebenfalls Heilwirkung besitzt.

Rosenblütenblätter dienen auch zur optischen Verbesserung von Teemischungen.

Heilwirkung:

Das Wissen um die Heilwirkung der Rose existiert seit Jahrtausenden. Rosenöl wirkt harmonisierend, stark stimmungsaufhellend, schmerzlindernd und entkrampfend. Es wird bei wunder trockener Haut, Geschwüren, Ängsten und Depressionen aber auch bei Herzrasen und Bronchitis verwendet. Durch die harmonisierende Wirkung kann es Gefühle beruhigen und Ängste oder Blockaden lösen. Wegen der in den Rosenblüten enthaltenen Gerbstoffe werden Rosenblüten auch als Aufguss bei Durchfällen und als Mundwasser gebraucht.

Nebenwirkung: Nicht bekannt

Geschichtliches:

Die Blütenblätter wurden schon immer zu kosmetischen und medizinischen Zwecken genutzt. Rosenöl, das man durch Mischen der Blütenblätter mit Fett herstellte (die Wasserdampfdestillation wurde erst später erfunden), wurde zum Einbalsamieren genutzt. In der Ilias wird erzählt, dass Aphrodite den Leichnam Hektors mit Rosenöl salbte.

Für 1 l reines Rosenöl werden 3 – 5 t Blütenblätter benötigt, die alle vormittags bis 10 Uhr gesammelt sein müssen. Ein einzelner Mensch müsste dafür 800 Stunden sammeln.

Die antiken Ärzte nutzten Rosenblütenblätter als kühlendes und adstringierendes Mittel.

Romanische und gotische Baumeister entdeckten die Geometrie der Rose und verwendeten sie in vielen Kirchen.

In der Symbolik des Christentums spielt die Rose eine bedeutende Rolle. Die 5 Blütenblätter stehen für die 5 Wundmale Christi. Maria wird als „Rose ohne Dornen“ bezeichnet. Sie wird mit dem Kind oft in einer Rosenlaube dargestellt. Katholische Christen beten den Rosenkranz. Martin Luther wählte eine weiße Rose auf himmelblauem Grund, in deren Zentrum ein rotes Herz mit schwarzem Kreuz steht als sein Siegel, das er ab 1530 für seinen Briefverkehr verwendete.

Der abgefallene Engel Luzifer soll sich die Kletterrose erschaffen haben um wieder in den Himmel gelangen zu können.

Rosenwasser wird zur Herstellung von Marzipan verwendet; auch Lassi, ein indisches Joghurtgetränk, benötigt Rosenwasser als Zutat.

Ras el Hanout („Chef des Ladens“) ist eine marokkanische Gewürzmischung, die aus etwa 25 verschiedenen Gewürzen wie Muskat, Zimt, Anis, Ingwer, Gewürznelken, Kardamon, Kreuzkümmel, Veilchenwurzel, Kümmel, Rosenpaprika und weiteren besteht. Auch Rosenknospen gehören als Zutat dazu. Die Herstellung dieser Mischung ist ursprünglich allein dem Chef vorbehalten gewesen.

Mme Hardy. © AK Natur Stadtmarketing Lehrte
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Rose de Resht. © AK Natur Stadtmarketing Lehrte
Rose de Resht. © AK Natur Stadtmarketing Lehrte
Rose de Resht. © AK Natur Stadtmarketing Lehrte
Rose de Resht. © AK Natur Stadtmarketing Lehrte
Pflanzenfamilie: Rosengewächse Rosaceae
Anwendungsbereich: Hautpflege
Blütenfarbe: weiß, rot
Giftigkeit: ungiftig
Lebensdauer: ausdauernd