Grüne Nieswurz

Helleborus viridis

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Bärenfuß, Läusekraut, Teufelskraut

Die Grüne Nieswurz gehört zu den Hahnenfußgewächsen (Ranunculaceae). Ihre ursprüngliche Verbreitung ist unklar, sie kommt heute vom südlichen Europa bis England, Spanien und Polen vor. Sie bevorzugt humose kalkhaltige Böden. Blüte und Blattaustrieb erfolgen zur gleichen Zeit. Sie hat meist zwei grundständige Blätter, die am Rand scharf gesägt sind und nicht überwintern. Die Laubblätter haben einen langen Blattstiel, sie sind handförmig geteilt. Der Übergang von den Laubblättern über Hochblätter zu den Blütenblättern ist fließend. Die Pflanze wird 20 bis 40 cm hoch, selten bis 60 cm. Die Blütezeit ist von März bis Mai. Die Blüten sind hellgrün bis gelbgrün und hängen etwas herab. Bei den Blütenblättern handelt es sich eigentlich um die Kelchblätter. Sie werden nicht abgeworfen und sind deshalb lange haltbar. Je Blüte entstehen 2 bis 5 vielsamige Früchte. Die Nieswurz vermehrt sich auch vegetativ über Rhizome. Auf Grund ihrer Blütenfarbe wird sie gern als Zierpflanze verwendet. Sie ist in allen Teilen stark giftig.

Verwendete Pflanzenteile:

Der Wurzelstock, der nach der Blüte ausgegraben und getrocknet wird.

Inhaltsstoffe:

Alkaloide, Glykoside, Saponin Helleborin

Heilwirkung:

Das Saponingemisch Helleborin reizt die Schleimhäute. Aus dem getrockneten Wurzelstock wurde früher Niespulver gewonnen, was zu dem Namen der Pflanze geführt hat. Mit der Anwendung putzte man sich die Nase frei und meinte so, Krankheiten auszuniesen.

Die Pflanze galt als zu schädlich für die innere Anwendung und fand nur als Mittel gegen Läuse, Krätze und anderes Ungeziefer Verwendung.

Die Homöopathie verwendet Helleborus viridis bei Durchfall.

Nebenwirkungen:

Bei Vergiftungen kommt es zu Schwindel, Erbrechen, Durchfall oder Herzrasen.

Geschichtliches:

Der Name Helleborus stammt aus dem griechischen: hellein = töten, bora = Speise. Viridis (lat.) = grün bezieht sich auf die Farbe der Blüten.

Bereits die Kräuterbücher des 16. Und 17. Jahrhunderts wiesen auf die Giftigkeit der Pflanze hin und warnten vor Überdosierung.

In dem Stück „Der Klosterjäger“ von Ludwig Ganghofer warnt der Titelheld einen Frater, dem er die Nieswurz bringen soll: „Zwei Tröpflein machen rot, zehn Tropfen machen tot.“

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Pflanzenfamilie: Hahnenfußgewächse Ranunculaceae
Anwendungsbereich: Herzerkrankungen
Blütenfarbe: grün
Giftigkeit: giftig
Lebensdauer: ausdauernd