Schwarze Nieswurz, Christrose

Helleborus niger

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Schwarze Nieswurz, Schneerose

Die Christrose ist eine ausdauernde Pflanze aus der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Aus einem schwarzbraunen kurzen stark bewurzelten Wurzelstock treiben die lederigen dunkelgrünen handförmig geteilten und langstieligen Blätter. Die großen weißen Blüten haben fünf Blütenblätter und zahlreiche Staubgefäße. Die Pflanze wird etwa 30 cm hoch. Blütezeit: Dezember bis März

Alle Teile der Pflanze sind giftig. Die Giftigkeit gilt auch für Pferde, Rinder, Hunde und Katzen.

Die Christrose ist auf kalkhaltigen Böden in den Bergregionen Europas (Berchtesgadener Land) heimisch (geschützt!), wird vielfach als Zierpflanze gezogen. Bereits im 16. Jahrhundert war Helleborus eine beliebte Gartenpflanze. Seit dem 19. Jahrhundert gibt es durch Kultivierung zahleiche Züchtungen.

Verwendete Pflanzenteile:

Wurzelstöcke, die nach der Blüte ausgegraben und getrocknet werden.

Inhaltsstoffe: Alkaloide. Glykoside, Saponin Helleborin, Akonit,

Heilwirkung:

Auf Grund des Gehalts an Helleborin wurde die Droge als Herzmittel und Harn

treibendes Mittel verwendet. Die Wirkung auf das Herz ist aber nicht so gut steuerbar wie bei den Digitalisglykosiden. Deshalb ist die Anwendung heute nicht mehr üblich.

In der Volksmedizin wurde die Droge als Abführmittel und Brechmittel eingesetzt bei Verstopfung, Steinbildung und Gicht. Wegen der Gefahr von Vergiftungen ist diese Anwendung aber keinesfalls zu empfehlen. Vergiftungserscheinungen sind Schwindel, Erbrechen, Durchfall, Herzklopfen mit verlangsamtem Puls.

Als homöopathisches Arzneimittel kann Helleborus bei Kopfschmerzen und Hirnhautentzündung eingesetzt werden.

Geschichtliches:

Der Name Helleborus kommt aus dem griechischen: hellein = töten, bora=Speise. Niger (lat.) = schwarz bezieht sich auf die Farbe der Wurzeln.

Die Pflanze war bereits im Altertum bekannt und geschätzt und wurde bei Herzschwäche, Wassereinlagerungen, Bauchschmerzen und Geisteskrankheiten genutzt. Berühmtheit erlangte sie dadurch, dass ein Ziegenhirt mit Helleborus die Tochter des Königs Proitos von Argos angeblich vom Wahnsinn geheilt haben soll.

Beim Ausgraben der Wurzel sollte man sich vor der Giftigkeit mit dem Genuss von Wein und Knoblauch schützen, außerdem die Wurzel rasch ausgraben, weil der beißende Geruch Kopfschmerzen verursacht und zu Apoll und Asklepios beten.

Durch Räuchern der Wurzeln wurden Viehställe gereinigt.

Pulver aus den unterirdischen getrockneten Pflanzenteilen löst Niesreiz aus. Deshalb sprach man der Pflanze eine den Geist reinigende Wirkung zu. Durch heftiges Reiben der Wurzel in der Nase sollte schädlicher Schleim den Körper verlassen. Die Anwendung von Helleborus war im Altertum nur ausgewiesenen Reinigungspriestern vorbehalten.

Helleborusarten wurden schon lange als Arznei- und Zierpflanzen in Gärten gezogen. Auch in der Tiermedizin (Rotlauf der Schweine) hat man die Pflanze verwendet. Eine Christrosenblüte am Heiligen Abend den Schweinen ins Ohr gesteckt, sollte vor Schweinepest bewahren.

Die Christrose war zu allen Zeiten Bestandteil von Hexensalben. Sie galt als Mittel zur Erhaltung der ewigen Jugend und sollte – als Pulver auf den Boden gestreut – unsichtbar machen.

Die deutsche Bezeichnung „Christrose“ oder „Schneerose“ hängt mit der Blütezeit im Winter zusammen. Die Lebendigkeit der Pflanze in der Vegetationspause wurde zum Symbol der Menschwerdung Christi.

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Pflanzenfamilie: Hahnenfußgewächse Ranunculaceae
Anwendungsbereich: Herzerkrankungen
Blütenfarbe: weiß
Giftigkeit: tödlich giftig
Lebensdauer: ausdauernd