Gartenrauke

Eruca sativa, Rucola coltivata

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Rauke, Raukenkohl, weißes Senfkraut, Garten-Senfrauke, Senfkohl, Ölrauke

Die Gartenrauke gehört zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae). Sie ist in Zentralasien und im Mittelmeerraum heimisch. Ursprünglich gilt sie als Saatunkraut in Leinfeldern, wurde aber schon bald in Asien als eigene Kulturpflanze angebaut. Sie wächst schnell, liefert gute Erträge und gilt als eine pflegeleichte, dankbare Salatpflanze, die auch im Blumenkasten angebaut werden kann.

Sie kann leicht mit der Wilden Rauke (Diplotaxis tenuifolia) verwechselt werden, denn beide Pflanzenarten werden im Handel unter dem Namen „Rucola“ verkauft.

Die Gartenrauke wird einjährig kultiviert. Sie bevorzugt nährstoffreiche Böden und bildet zunächst eine schnellwachsende Rosette, aus der die aufrechten Stängel mit wechselständigen Stängelblättern emporwachsen. Sie sind flaumig behaart und erreichen Wuchshöhen von 15 bis 25 cm. Als Flachwurzler muss die Gartenrauke in Trockenzeiten ausreichend gegossen werden. Die Blätter sind rundlich mit leicht gewelltem Blattrand. Beim Zerreiben entwickelt sie einen intensiven, würzigen, aromatischen Geruch und einen kresseartigen, nussigen Geschmack.

Die weißen oder cremefarbigen Blüten haben vier violett geaderte Kronblätter. Sie stehen am Ende der Stängel in einem lockeren traubigen Blütenstand mit nur wenigen Blüten. Kulinarisch gelten sie als Delikatesse. Sobald die Pflanze Blüten bildet, gewinnen die Blätter an Schärfe.

Blütezeit: Mai bis Spätsommer

Nach der Blüte bilden sich die Samen in einer länglichen Kapsel.

Verwendete Pflanzenteile:

Das frische Kraut, das vor der Blüte geerntet wird, weil sonst der Geschmack zu scharf wird. Wenn die Blätter nicht zu dicht über dem Boden abgeschnitten werden und der Vegetationspunkt nicht verletzt wird, sind mehrere Schnitte möglich.

Die Samen können zur Senfherstellung genutzt werden.

Inhaltsstoffe:

Vitamine A und C, Kalium, Calcium, Eisen, Senföle

Fettes Öl (Samen) mit hohem Anteil an Öl- und Erucasäure, Alkaloide

Heilwirkung:

Volksheilkundlich werden die Blätter als harntreibendes, appetitanregendes und verdauungsförderndes Gemüse gegessen. Die Samen dienen und dienten der Ölgewinnung. Das Öl wird vor allem industriell genutzt.

Nebenwirkungen:

Die Gartenrauke hat die Eigenschaft, viel Nitrat aus dem Boden im Pflanzengewebe anzureichern. Daher sollten die Blätter nur in mäßigen Mengen verzehrt werden.

Geschichtliches:

Die Gartenrauke wurde bereits bei den Griechen und Römern angebaut.

Als Kreuzblütler sollte die Gartenrauke nur in Beete gesät werden, auf denen zuvor keine anderen Kreuzblütler (z.B. Kohlarten) gewachsen sind.

Die Blätter der Gartenrauke können mit jungen Blättern des Gemeinen Kreuzkrauts (Senecio vulgaris) oder denen des Jakobskreuzkrauts (Senecio jacobaea) verwechselt werden. Die Kreuzkräuter enthalten leberschädigende Alkaloide, die für manche Tierarten tödlich sind. 2009 war versehentlich ein Blatt des Jakobskreuzkrauts in eine Packung Rucola geraten.

Pflanzenfamilie: Kreuzblütler Brassicaceae
Anwendungsbereich: harntreibend, appetitanregend
Blütenfarbe: Cremig-Weiß
Giftigkeit: ungiftig
Lebensdauer: mehrjährig