Brunnenkresse

Nasturcium officinale

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Wasserkresse, Grundkresse, Grabenkresse, Bachkresse, Bitterkresse, Bittersalat, Wassersenf, weiße Kresse

Die Brunnenkresse gehört zur Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae). Sie ist in Mitteleuropa und Asien heimisch und weltweit verbreitet. Als eine 30 bis 90 cm lang werdende Wasserpflanze gedeiht sie in Gräben, Bächen und an Flussufern. Ihre Wurzel verschwindet frühzeitig und wird durch waagerecht kriechende, reichlich bewurzelte Ausläufer ersetzt. Von diesen gehen aufsteigende kantige Stängel mit gefiederten Blättern ab, die einen scharfen, rettichähnlichen Geschmack haben. Am Ende bildet sich ein traubenähnlicher Blütenstand mit vierzähligen weißen Blüten, die mit gelben Staubbeuteln ausgestattet sind. Nach der Blüte schmecken die Blätter schärfer und sind weniger saftig.

Blütezeit: April bis Juni

Die kleinen bis zu 1 mm großen Samen werden häufig durch Wasservögel verbreitet.

Verwendete Pflanzenteile:

Frisches Kraut ohne die älteren Blätter (beim Trocknen gehen Geruch und Geschmack verloren, das Senföl verliert an Wirksamkeit).

Inhaltsstoffe:

Senfölglykoside, ätherisches Öl, fettes Öl, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Vitamine A, B1 und B2, C, E, Eisen

Heilwirkung:

Die Brunnenkresse findet überwiegend Anwendung in der Volksmedizin, besonders als „Blutreinigungsmittel“ in der Frühlingszeit in Form von Presssaft oder als Salat. Wissenschaftlich anerkannt ist die Anwendung des Krauts bei Katarrhen der oberen Atemwege; die Senföle regen die Bronchialsekretion an. Auf Grund des Bitterstoffgehalts wirkt die Brunnenkresse appetitanregend und verdauungsfördernd. Auch die Blutfettwerte lassen sich mit Brunnenkresse verbessern. Ein aus den frischen Blättern gepresster Saft soll bei Ekzemen, gereizter Haut, Akne und Ausschlägen helfen.

Nebenwirkungen:

Bei längerer Anwendung kann es zu Reizungen der Magenschleimhaut kommen.

Geschichtliches:

Schon seit der Antike ist die Brunnenkresse als Allheilmittel bekannt. Dioskurides war von der Heilkraft der Pflanze überzeugt und empfahl sie als Mittel bei Leber- und Sonnenbrandflecken.

Im Mittelalter galt sie als Universalheilkraut gegen die verschiedensten Krankheiten. Zu Zeiten von Paracelsus wurde sie gegen Skorbut, bei Tuberkulose, Schnupfen, Asthma und als Wurmmittel gebraucht.

Der Gattungsname nasturtium wird vom lateinischen nasus (Nase) und tortium (Qual) abgeleitet und beschreibt die Eigenschaft der Pflanze, starkes Niesen hervorzurufen. Kresse soll sich vom althochdeutschen Kras (Speise) ableiten wegen der Verwendung als Gemüse oder Salat.

Pflanzenfamilie: Kreuzblütler Brassicaceae
Anwendungsbereich: Verdauungsförderung, Gewürz
Blütenfarbe: weiß
Giftigkeit: ungiftig
Lebensdauer: ausdauernd