Hasel

Corylus avellana

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Gewöhnliche Hasel, Haselstrauch, Hexenstrauch, Zellernuss

Die Hasel ist ein sommergrüner Strauch aus der Familie der Birkengewächse (Betulaceae), der mit 15 Arten auf der nördlichen Erdhalbkugel verbreitet ist. Er benötigt viel Licht, bevorzugt nährstoffreiche lehmige Böden und wächst in Hecken und an Waldrändern. Aus einer Pfahlwurzel mit vielen Seitenwurzeln wachsen zahlreiche Stämme, die bis zu 5 m hoch werden können. Die Hasel wächst schnell und kann bis zu 100 Jahre alt werden. Junge Zweige sind lang, biegsam und mit roten Borsten behaart. Ältere Zweige sind kahl und hellbraun mit hellen waagerechten Malen. Die wechselständig stehenden Blätter sind rundlich und zum Blattende zugespitzt mit doppelt gesägten Blatträndern. Frische Blätter sind flaumig behaart. Die Blüten stehen getrennt geschlechtlich an den Zweigen. Die männlichen Blüten sind grün-gelb, 8 bis 12 cm lang und hängen als Kätzchen herab. Die unscheinbaren weiblichen Blüten, die vom Wind bestäubt werden, sind in einer Knospe eingeschlossen, von der nur die rote pinselförmige Narbe sichtbar ist. Haselsträucher gelten als wichtige Pollenlieferanten für Bienen.

Blütezeit: Februar bis April

Die Frucht ist eine Nuss mit harter Schale, die in einem von zerschlissenen Hochblättern umgebenen Becher sitzt. Haselnüsse wachsen einzeln, meist aber zu zweien oder zu dreien.

Erntezeit: September, Oktober

Die Früchte dienen zahlreichen Vogelarten und vielen Säugetieren als Nahrung.

Verwendete Pflanzenteile: Kätzchen, Rinde junger Triebe, Blätter, Früchte

Inhaltsstoffe:

Flavonoide, Gerbstoffe; ca. 60% Fett, Eiweiß, Kalzium, Vitamine A, B1, B2, C (in den Nüssen)

Heilwirkung:

Der Hasel wird keine medizinische Heilwirkung zugesprochen; sie gilt als Nahrungsmittel.

Die samtigen Blätter sollen den Stoffwechsel anregen und wurden früher als Tee bei unterschiedlichen Beschwerden eingesetzt, z.B. bei Darmproblemen und zur Senkung des Cholesterinspiegels.

Nebenwirkungen: Nicht bekannt

Geschichtliches:

Der Gattungsname „Corylus“ ist vom griechischen „corys“ = Maske ab, weil die Blättchen die Nuss wie eine Maske verhüllen. Der Artname „avellana“ bedeutet „aus Avellino stammend“, weil die Römer den Strauch nach Italien brachten und veredelten. In römischer Zeit war Avellino ein bedeutender Handelsplatz.

Funde in Gräbern aus der Jungsteinzeit haben ergeben, dass Menschen damals bereits die Hasel nutzten.

Junge Blätter lassen sich wie Weinblätter verwenden. Sie müssen blanchiert werden und bekommen dadurch erst ihren aromatischen Geschmack. Die Haselblüten wurden an das Vieh verfüttert, um es gegen Seuchen zu schützen, auch damit die Kühe reichlich Milch gaben.

Die biegsamen Haselstecken wurden für Korbbügel, Flechtzäune oder Spazierstöcke genutzt,

auch für Wünschelruten zum Auffinden von verborgenen Schätzen oder Wasseradern. Diese durften aber nicht mit Eisen geschnitten werden, sondern nur mit einem scharfen Feuerstein.

Gegen böse Geister wurden Gerichtsstätten im Mittelalter mit Haselstecken abgegrenzt.

Haselstecken sollten auch gegen Warzen helfen, indem man in einen Haselstecken die Anzahl der Warzen einkerbte und den Stock rückwärts – ohne sich umzusehen – auf die Straße warf. Wer dann den Stock aufnahm, bekam die Warzen.

Pflanzenfamilie: Birkengewächse Betulaceae
Anwendungsbereich: Nahrungsmittel
Blütenfarbe: grün, gelb
Giftigkeit: ungiftig
Lebensdauer: mehrjährig