Kleine Brennnessel

Urtica urens

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Eiternessel

Die Kleine Brennnessel gehört zur Familie der Nesselgewächse (Urticaceae), die mehr als 2500 Arten umfasst. Sie stammt wahrscheinlich aus dem Mittelmeerraum, ist wärmeliebender und seltener anzutreffen als die Große Brennnessel, in Europa und Asien aber weit verbreitet. In einigen Gebieten der Welt ist sie ein Neophyt. Sie kommt in Gemüsekulturen, Gärten und auf Schuttplätzen vor. Wegen ihres hohen Stickstoffbedarfs ist sie häufig an überdüngten Äckern zu finden.

Die Kleine Brennnessel ist eine einjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 60 cm erreicht. Die Stängel sind oft verzweigt, die Blätter stehen kreuzweise gegenständig. Auf der ganzen Pflanze befinden sich Brennhaare, die Kieselsäure und Ameisensäure enthalten. Die Haare wirken wie feine Nadeln. Bei Berührung bricht die Spitze ab, die Säure gelangt in die Haut und verursacht ein unangenehmes Brennen. Männliche und weibliche Blüten befinden sich getrennt auf einer Pflanze. Die Blütenstände sind meist kürzer als der Blattstiel. Sie werden durch den Wind bestäubt.

Die Kleine Brennnessel soll das Wachstum anderer Pflanzen begünstigen: Heilkräuter sollen mehr ätherisches Öl bilden, wenn Brennnesseln in der Nähe wachsen.

Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Wurzel, Früchte, also die ganze Pflanze

Inhaltsstoffe: Die Kleine Brennnessel ist reich an Proteinen, Vitaminen und Mineralien.

Heilwirkung:

Die Kleine Brennnessel wurde nicht so viel verwendet wie die Große Brennnessel, sie hat aber die gleichen Heilanzeigen wie diese. Sie wirkt entgiftend, blutreinigend, Harn treibend, Haut reizend und entzündungshemmend. Sie wird bei nesselsuchtartigen Hauterkrankungen, bei Gicht, Nierenleiden, bei Allergieneigung und Diabetes genutzt. Sie ist gut in der Küche zu genießen; die jungen Triebe können wie Spinat zubereitet werden. Auch Suppe, Pesto oder Smoothie kann mit den Blättern der Kleinen Brennnessel hergestellt werden.

Eine Tinktur aus den Wurzeln soll Prostatabeschwerden lindern können.

Abgekochtes Kraut kann als Badezusatz die Durchblutung fördern.

Nebenwirkungen: Sind nicht zu erwarten.

Geschichtliches:

Die Kleine Brennnessel galt früher als Hausmittel gegen Alltagsbeschwerden.

Da sie reich an Chlorophyll ist, diente sie als Rohstoff zur Chlorophyllgewinnung. Je mehr Chlorophyll in einer Pflanze enthalten ist, desto höher ist der gesundheitliche Nutzen; es hilft dem Körper bei der Entgiftung und soll auch Demenz vorbeugen können.

Die Kleine Brennnessel ist – anders als die Große Brennnessel - nicht zur Faserherstellung geeignet.

Am Gründonnerstag Brennnesselgemüse essen soll vor Geldnot schützen.

Pflanzenfamilie: Nesselgewächse Urticaceae
Anwendungsbereich: Hauterkrankungen, Gicht, Rheuma
Blütenfarbe: grün
Giftigkeit: ungiftig
Lebensdauer: ausdauernd