Faulbaum

Rhamnus frangula

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Faulbaum

Rhamnus frangula

Stinkbaum, Faulkirsche, Schwarzholz, Hundsbeere, Pulverholz, Amselkirschbaum, Mäusebaum, Gichtholz

Der Faulbaum ist ein 3 bis 4 m hoher Strauch oder kleiner Baum, der zur Familie der Kreuzdorngewächse (Rhamnaceae ) gehört. Er ist in allen Teilen giftig. In Europa ist der Faulbaum von Skandinavien bis Kleinasien heimisch, in Nordamerika ist er eingebürgert. Er wächst an Berghängen, in feuchten, lichten Wäldern und auf Mooren bis zu Höhen von 1000 m. Die Rinde ist bei jungen Sträuchern grün oder dunkel überlaufen, bei älteren Sträuchern graubraun und durch weißgraue Korkwarzen charakteristisch gezeichnet. Beim Anritzen der Rinde tritt ein fauliger Geruch auf. Die ganzrandigen elliptischen Blätter haben eine glänzende Oberfläche. Sie sitzen wechselständig an den dornenlosen Zweigen. Die kleinen unscheinbaren gelblich-grünen Blüten sind fünfzählig. Sie stehen in Trugdolden in den Blattachseln. Von April bis September erscheinen ständig neue Blüten, die eine gute Bienenweide sind, die Blätter dienen den Raupen des Zitronenfalters als Nahrung.

Blütezeit: Mai bis Juli

Die saftigen Steinfrüchte sind anfangs grün, später rot und während der Reife schwarz, führen aber erst nach dem Verzehr größerer Mengen zu Übelkeit oder Erbrechen. Bei Kindern können sie kolikartige Durchfälle erzeugen. Auch für Pferde und Rinder ist Faulbaum giftig.

Verwendete Pflanzenteile:

Rinde, die von den Seitenästen abgeschält und getrocknet wird. Sie hat einen fauligen Geruch und einen widerlichen süßlichen, bitteren Geschmack und darf erst nach einjähriger Lagerung als Arzneimittel verwendet werden..

Inhaltsstoffe: Glucofranguline, Frangulin, Gerbstoffe

Heilwirkung:

Faulbaumrinde wird allein oder als Mischung mit anderen Drogen als Abführtee verwendet. Zubereitungen der Droge üben eine Reizwirkung auf den Dickdarm aus, wodurch eine Entleerung ausgelöst wird. Abgelagerte Faulbaumrinde wirkt mild und ohne Nebenwirkungen, sollte aber nur kurzfristig Anwendung bei Verstopfung finden.

Nebenwirkungen:

Bei üblicher Anwendung nicht zu erwarten, bei zu hoher Dosierung können Bauchschmerzen und Übelkeit auftreten. Ohne ärztliche Verordnung sollten Zubereitungen der Droge nicht über längere Zeit eingenommen werden.

Geschichtliches: Der Gattungsname ist lateinischen Ursprungs: „frangere“ = brechen. Er weist auf das brüchige Holz hin.

Die Faulbaumrinde wird seit dem Mittelalter medizinisch genutzt, was durch Aufzeichnungen seit dem 14. Jahrhundert belegt ist. Die Rinde wurde auch gegen Krätze und Hautausschläge, Galle- und Leberleiden, Geschwüre und Würmer bei Mensch und Tieren verwendet.

Kräuterpfarrer Kneipp empfahl die Abkochung der Beeren und Rinde als wirksames Abführmittel. Aus den Zweigen des Strauches wurde eine besonders geeignete Holzkohle gewonnen, aus der zusammen mit Salpeter und Schwefel Schießpulver hergestellt wurde; daher der Name „Pulverholz“.

Pflanzenfamilie: Kreuzdorngewächse (Rhamnaceae)
Anwendungsbereich: Abführmittel
Blütenfarbe: gelb, grün
Giftigkeit: schwach giftig
Lebensdauer: ausdauernd