Große Brennnessel

Urtica dioica

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  • © AK Natur Stadtmarketing Lehrte
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Heilpflanze 1996

Hanfnessel, Nesselkraut, Scharfnessel, Tausendnessel, der Name bezieht sich auf die Hautreizwirkung, die die Berührung der Pflanze mit sich bringt.

Dioica bedeutet “zweihäusig”, d.h. es gibt weibliche und männliche Brennnesselpflanzen. Die weiblichen Blüten hängen herab und entwickeln lange Seitenzweige, die männlichen Blüten bilden nur kurze Seitenzweige.

Die Brennnessel gehört zur Familie der Nesselgewächse (Urticaceae). Die große Brennnessel wird oft über 1 m hoch, die kleine bis zu 75 cm. Brennnesseln kommen überall auf der Welt vor, sie sind Begleiter der Menschen. Sie wachsen häufig an Wegrändern, Zäunen Hecken und dort, wo Menschen oder Tiere urinieren oder auf überdüngtem Boden.

Dort, wo Brennnesseln wachsen, fühlen sich auch Schmetterlinge wohl. (Futterpflanze für etwa 50 Schmetterlingsarten!)

Brennnesseln haben Brennhaare, die durch eingelagerte Kieselsäure hart und spröde wie Glas sind. Bei leichter Berührung bricht der Kopf ab, die Flüssigkeit dringt in die Haut ein und verursacht ein heftiges Brennen mit Quaddelbildung.

Verwendete Pflanzenteile: Kraut, Samen, Wurzeln

Inhaltsstoffe: Vitamine!!! Kalium, Kalzium, Carotinoide (das „Schönheitsvitamin“ für Haut und Haar), Flavonoide, Histamin, die Samen enthalten außerdem fettes Öl und Schleimstoffe

Heilwirkung:

Die Brennnessel ist eine der mineralreichsten Heilpflanzen. Frische junge Blätter ergeben ein schmackhaftes Gemüse oder sie können als Salat zubereitet werden. Die Blätter dienen zur Anregung des gesamten Stoffwechsels. Sie wirken leicht Wasser treibend, erhöhen die Harnausscheidung und sind Bestandteil von Teemischungen bei Rheuma, Gicht, Galle- und Leberbeschwerden. In der Volksheilkunde wird die Brennnessel für Frühjahrskuren zur Entschlackung eingesetzt. Die Wurzeln können zudem das Wasserlassen bei Prostatavergrößerung erleichtern, ersetzen aber keinesfalls die Standardbehandlung durch den Arzt. Die Homöopathie verwendet Urtica urens bei nesselsuchtartigen Hautausschlägen mit Brennen und Jucken.

Nebenwirkungen:

Bei der Anwendung von Brennnesselwurzeln soll es zu leichten Magen-Darm-Beschwerden kommen können. Gegenanzeigen sind nicht bekannt.

Geschichtliches:

Der Gattungsname Urtica ist vom lateinischen urere = brennen abgeleitet. Die Brennnessel ist eine Heilpflanze mit langer Tradition. Plinius und Dioskurides loben ihre Eigenschaften und verwenden sie bei Lungenentzündung, Geschwüren und als Mittel gegen Wassersucht. Die Autoren des Mittelalters übernahmen die antiken Heilanwendungen. Praktiziert wurde häufig auch die Abreibung der Haut mit Brennnesseln bei rheumatischen Erkrankungen.

Nach der Signaturenlehre wurde die Brennnessel wegen ihrer feinen Härchen auch als Haarwuchsmittel verwendet.

Um 1900 galt die Nessel als das „Leinen der armen Leute“. Bis zum 1. Weltkrieg wurden Brennnesseln feldmäßig angebaut um aus den Fasern ein Gewebe herzustellen. Heute zählt die Brennnessel zu den alternativen Rohstoffen. Es gibt Versuche, den Anbau der Nessel für Landwirte attraktiv zu machen.

Pferdehändler gaben den Pferden 14 Tage vor dem beabsichtigten Verkauf eines Tieres täglich eine Handvoll Brennnesselsamen ins Futter. Das Tier bekam davon ein glänzendes Fell und wurde wieder temperamentvoller, so dass sich der Verkaufspreis steigern ließ.

Brennnessel soll vor bösem Zauber schützen, als Gegengift bei Schlangenbissen helfen und fliegende Hexen vertreiben. Außerdem sollte es vor Geldnot schützen, wenn man am Gründonnerstag Brennnesseln als Speise zu sich nahm.

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Pflanzenfamilie: Nesselgewächse Urticaceae
Anwendungsbereich: Rheuma, Gicht
Blütenfarbe: grün
Giftigkeit: ungiftig
Lebensdauer: ausdauernd