Gartenfuchsschwanz

Amaranthus caudatus

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  • © AK Natur Stadtmarketing Lehrte
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Der Gartenfuchsschwanz ist eine einjährige krautige Pflanze aus der Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae). Er stammt aus Südamerika und war neben Mais und Quinoa Hauptnahrungsmittel der Azteken, Inkas und Mayas. Inzwischen sind die Fuchsschwanzgewächse mit 60 bis 98 Arten weltweit verbreitet.

Die Pflanze kommt nur als anspruchslose Kulturpflanze vor, bevorzugt sonnige Standorte und verträgt auch Trockenheit. Der Gartenfuchsschwanz ist ein Pseudogetreide, weil er zwar nicht (wie unsere heimischen Getreide) zu den Süßgräsern gehört, aber wie diese verwendet wird.Aus einer stark verästelten Pfahlwurzel von rötlicher Farbe wachsen an einem roten, oft gekrümmten Stängel, der bis zu 125 cm lang werden kann, große saftige grüne Blätter. Sie sind 4 bis 10 cm lang, gestielt, ganzrandig und stehen wechselständig am Stängel. Sie können als Gemüse gegessen werden.

Die purpurfarbenen männlichen und weiblichen Blüten wachsen auf überhängenden Rispen, die bis zu 90 cm lang werden können.

Blütezeit: Juni bis Oktober

Die hirsekornähnlichen Samen befinden sich in einer Kapselfrucht, die sich nach oben öffnen lässt. Auf einer Pflanze können bis zu 50 000 Samen heranwachsen.

Verwendete Pflanzenteile:

Samen (glutenfrei), die wie Getreide verwendet werden; Blätter (vor der Blüte), die wie Spinat zubereitet werden können.

Inhaltsstoffe:

18% Eiweiß, (proteinreichstes „Getreide“), hoher Eisengehalt, Magnesium, Zink, hoher Anteil an Kohlenhydraten, ungesättigte Fettsäuren Linol- und Alphalinolensäure, Lysin, Oxalsäure; der Gartenfuchsschwanz enthält mehr Vitalstoffe als unsere traditionellen Getreide.

Heilwirkung:

Die Samen wirken blutbildend und entzündungshemmend. Sie wirken sich günstig auf Blutdruck und Blutzucker, auf Cholesterinwerte und das Immunsystem aus und werden bei Blutungen im Magen-Darm-Bereich und bei starker Menstruation eingesetzt, auch als Nahrungsmittel bei Zöliakie.

Nebenwirkungen: Keine

Geschichtliches:

Der Fuchsschwanz zählt zu den ältesten Nutzpflanzen der Menschheit. In 9000 Jahre alten Gräbern wurde die Pflanze nachgewiesen. Bei den Inkas soll der Gartenfuchsschwanz wie Gold gehandelt worden sein. Die spanischen Eroberer verboten die Pflanze, weil sie in der Bevölkerung als heilig angesehen wurde. Als Folge brach eine Hungersnot aus, der tausende Menschen zum Opfer fielen.

Der Gattungsname stammt aus dem griechischen: die Vorsilbe „a“ bedeutet un-, das Verb „maraino“ = vergehen; also „die nicht welkende, die unsterbliche, die ewig blühende“.

In Deutschland ist die Pflanze seit dem 19. Jahrhundert in vielen Gärten als Zierpflanze zu finden. Im Lied „Amaranth“ der finnischen Band „Nightwish“ wird die Pflanze als Symbol für immerwährende Schönheit und Vollkommenheit verwendet.

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Pflanzenfamilie: Fuchsschwanzgewächse Amaranthaceae
Anwendungsbereich: blutbildend, Entzündungen
Blütenfarbe: rot
Giftigkeit: ungiftig