Weinstock

Vitis vinifera

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Weinrebe, Wein, echter Weinstock, Rebstock

Der Weinstock ist ein mit Sprossranken kletternder Strauch aus der Familie der Weinrebengewächse (Vitaceae). Er benötigt warme, nährstoffreiche, kalkarme Lehmböden und wächst bevorzugt in klimatisch gemäßigten Gebieten der Erde, z.B. Mittel- und Südeuropa, Südafrika und Australien. Er wird in mehr als 3000 Sorten in Kulturen angebaut.

Unbeschnitten entwickelt er die Wuchsform von Lianen und wird bis zu 15 m hoch. Aus einem tiefgreifenden, reich verästelten Wurzelstock wächst ein holziger Stamm mit bräunlicher längsfaseriger Rinde. Die braunen Zweige sind meist kahl. Die 5 bis 15 cm großen Blätter sitzen an Stielen von 4 bis 10 cm Länge und sind rundlich, herzförmig oder gelappt. Die gelb-grünen unscheinbaren Blüten stehen in Rispen. Sie duften schwach und verblühen schon nach kurzer Zeit. Die Frucht ist eine grüne, gelbe rote oder dunkelblaue Beere mit 3 bis 4 hartschaligen Samen.

Blütezeit: Juni, Juli

Verwendete Pflanzenteile:

Früchte (Weinbeeren),Weinrebenblätter (Rotes Weinlaub), Kerne (Traubenkernöl)

Inhaltsstoffe:

3 bis 15% Zucker, Pflanzensäuren, Gerbstoffe, Flavonoide, Vitamine C und A, fettes Öl (Kerne) mit 10 bis 20% Ölsäure und 65 bis 70% Linolensäure, Polyphenole (Blätter)

Heilwirkung:

Der aus den Früchten gewonnene Wein, der durch alkoholische Gärung entsteht, dient vorwiegend als Genussmittel. Mäßiger Weingenuss soll eine schützende Wirkung gegen Arteriosklerose haben.

Die Weinbeeren wirken auf Grund des Gehalts an Pflanzensäuren schwach abführend und harntreibend. Volksheilkundlich werden sie zu Traubenkuren verwendet. Die getrockneten Früchte (Rosinen) mit bis zu 70% Zuckergehalt werden vor allem in der Backwarenindustrie verwendet. Blaue Weintrauben enthalten venenstärkende Pigmente.

Wegen des hohen Gehalts an Flavonoiden (Quecitin, Rutin) und Polyphenolen wirken Extrakte aus den rötlich gefärbten Blättern entzündungshemmend und schützend gegen Ödeme, weil sie Gefäßwände abdichten können. Sie werden innerlich und äußerlich zur Vorbeugung und Behandlung von leichten Beschwerden bei Venenschwäche genutzt.

Weinblätter können auch - mit Reis oder Hackfleisch gefüllt- als Speise gegessen werden.

Das Traubenkernöl hat hautpflegende Eigenschaften.

Nebenwirkungen: Nicht bekannt

Geschichtliches:

Wildwachsende Weinreben wurden bereits in der Jungsteinzeit genutzt. In der Antike war der Anbau von Wein im Mittelmeergebiet weit verbreitet. Durch die Römer gelangten die Pflanzen auch in Gebiete nördlich der Alpen.

Pflanzenfamilie: Weinrebengewächse Vitaceae
Anwendungsbereich: Genußmittel, Entzündungen
Blütenfarbe: gelb, grün
Giftigkeit: ungiftig
Lebensdauer: ausdauernd