Kleinblütiges Knopfkraut

Galinsoga parviflora

Bild 1 von 1

Franzosenkraut (in Frankreich: Russenkraut), Teufelskraut, Gartenpest, Scheißkraut

Das Kleinblütige Knopfkraut ist eine einjährige krautige Pflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Es stammt aus Südamerika, besiedelt inzwischen die ganze Welt und wächst auf nährstoffreichen, kalkarmen, lockeren, sandigen oder lehmigen Böden an Wegrändern, in Gärten und an Äckern. Es ist weit verbreitet. Die einjährige Pflanze wird bis zu 50 cm hoch. Der Stängel ist kahl oder nur spärlich behaart. Die Blütenstiele sind etwas dichter behaart. Die eiförmig zugespitzten Laubblätter stehen gegenständig am Stängel. Die gelben Blütenköpfe tragen am Rand fünf weiße sterile Blütenblätter. Die Pflanze ist nicht auf Insekten angewiesen, vielmehr erfolgt Selbstbestäubung.

Blütezeit: Juni bis Oktober

Eine Pflanze kann bis zu 100 000 Samen hervorbringen, die bis zu zehn Jahre keimfähig bleiben. Das Kleinblütige Knopfkraut ist ein Lichtkeimer. Die Samen keimen aus flachen Bodenschichten. Bereits vier Wochen nach dem Keimen können schon Blüten gebildet werden. Mit dem ersten Frost sterben die Pflanzen ab.

Das Behaarte Knopfkraut (Galisoga ciliata) mit abstehender Behaarung am oberen Stängel wird wie das Kleinblütige Knopfkraut verwendet.

Verwendete Pflanzenteile:

Das frische Kraut; junge Stängel und Blätter lassen sich als Gemüse zubereiten. Das Kraut kann auch als Viehfutter verwendet werden und liefert guten Kompost.

Die Samen ergeben ausgepresst ein gutes Speiseöl.

Inhaltsstoffe:

Kalium, Calcium, Eisen (14 mg pro 100 g, eine der eisenhaltigsten Pflanzen), Magnesium, Vitamine A (4x mehr) und C (9x mehr als Kopfsalat), sehr viel Mangan

Heilwirkung:

Die Pflanze gilt als wenig untersucht und hat bislang keine Bedeutung als Heilpflanze. In Chile und Peru wird das Kleinblütige Knopfkraut als Wundmittel bei Insektenstichen und Nesselverletzungen verwendet. In Kolumbien gilt es als charakteristisches Gewürz für Hühnersuppe. Homöopathisch wird es bei grippalen Infekten eingesetzt. Volksmedizinisch gilt eine aus der Pflanze zubereitete Tinktur als Mittel bei Krebsleiden.

Nebenwirkungen:

Nicht bekannt

Geschichtliches:

Das Kleinblütige Knopfkraut wurde Ende des 18. Jahrhunderts zunächst in botanischen Gärten angepflanzt, vor allem in Frankreich. Wegen der schmackhaften Blätter wurde es auch als Kulturpflanze angebaut. Wegen der starken Verbreitung, besonders zu Zeiten der napoleonischen Feldzüge, gerieten die Franzosen in den Verruf, das Kraut eingeschleppt zu haben.

Der Name Franzosenkraut soll entstanden sein, weil die Blüten den Knöpfen der französischen Uniformen ähneln.

Pflanzenfamilie: Korbblütler Asteraceae
Anwendungsbereich: Insektenstiche, Gewürz, Erkältungskrankheiten
Blütenfarbe: weiß, gelb
Giftigkeit: ungiftig
Lebensdauer: einjährig