Schneeglöckchen

Galanthus nivalis

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Frühlingsglöckchen, Schneetulpe, Weiße Jungfrau, Lichtmessglöckchen, Milchtulpe, Schneedurchstecher, Schneeguckerchen

Das Schneeglöckchen mit etwa 20 Arten gehört zur Familie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae). Mit seinen zarten Blüten erfreut es die Menschen bereits im zeitigen Frühjahr. Es stammt ursprünglich aus dem Kaukasus und aus Südosteuropa, kommt verwildert in feuchten Laub- und Mischwäldern vor, wächst aber schon lange als Zierpflanze in den Gärten. Die Pflanze ist geschützt.

Der botanische Name „Galanthus“ ist aus dem Griechischen abgeleitet von gala (Milch) und anthos (Blüte).

Sobald der Frost nachlässt, treiben ab Februar aus den Zwiebeln meistens zwei (selten drei) schmale parallelnervige Laubblätter, die 8 bis 30 cm hoch werden können. Die jungen Triebe produzieren ein wenig Wärme, so dass der Schnee um die Pflanze herum schmelzen kann. Später treibt die Zwiebel einen Blütenstiel mit einer Blüte hervor, die anfangs zum Schutz vor strenger Witterung von einem Hochblatt umgeben ist. Der Stiel ist dünn, die Blüte hängt herunter. Die Blüten haben innen grün gezeichnete verwachsene Blütenblätter und drei weiße äußere Blütenblätter, die größer sind als die inneren. Innerhalb der Blüte befinden sich die Staubblätter. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten. Nach dem Verblühen bilden sich die Samen, die gern von Ameisen verbreitet werden, in ovalen Samenkapseln.

Das Schneeglöckchen ist giftig für Hunde, Katzen und Nagetiere.

Verwendete Pflanzenteile: Die Zwiebel

Inhaltsstoffe:

Alle Pflanzenteile, besonders die Zwiebel, enthalten giftige Alkaloide. Die kritische Dosis ist nicht bekannt.

Heilwirkung:

Der Inhaltsstoff Galanthamin ist in der Lage, die Folgen von Alzheimer deutlich zu mindern, auch wenn die Erkrankung nicht heilbar ist. Galanthamin wird inzwischen synthetisch hergestellt und therapeutisch verwendet.

Nebenwirkungen:

Nach dem Verzehr von Pflanzenteilen kann es zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Schweißausbruch kommen. Auch Lähmungserscheinungen sind möglich.

Geschichtliches:

Nach der Vertreibung aus dem Paradies flehten Adam und Eva Gott während eines harten Winters um Hilfe an. Aus Mitleid schickte er einen Engel, der die Schneeflocken in Blüten verwandelte.

In der Antike und im Mittelalter war das Schneeglöckchen als Heilpflanze unbekannt. Auch heute noch gilt es für viele Menschen nur als Zierpflanze.

Im Kaukasus wird das dortige Schneeglöckchen (Galanthus woronowii) schon lange volksheilkundlich verwendet; alte Menschen verzehren die Zwiebeln gegen Alterserscheinungen und Gedächtnisschwäche. Kinder, die an Kinderlähmung erkrankt sind, werden mit Tee aus den Zwiebeln behandelt – gewöhnlich ohne dauerhafte Schäden.

Wenn man sich mit dem ersten Schneeglöckchen im Frühjahr die Augen auswischt, soll man das ganze Jahr nicht krank werden.

Die Slowaken fütterten ihre Kühe mit den Zwiebeln des Schneeglöckchens, damit Zauberinnen ihnen nicht die Milch wegnahmen.

In England gelten Schneeglöckchen als Todesboten; deshalb stellt man keine Sträuße der Pflanzen ins Zimmer.

Pflanzenfamilie: Amaryllisgewächse Amaryllidaceae
Anwendungsbereich: Gedächtnisstörungen, Menstruationsbeschwerden
Blütenfarbe: weiß
Giftigkeit: giftig