Pfingstrose

Paeonia officinalis

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Echte Pfingstrose, Garten-Pfingstrose, Bauernrose, Gichtrose, Benediktinerrose

Die Pfingstrose ist die einzige Gattung der Familie der Pfingstrosengewächse (Paeoniaceae), zu der etwa 25 – 40 Arten gehören. Die meisten davon sind Stauden, es gibt aber auch verholzende Arten, die als Halbsträucher, seltener als Sträucher wachsen. Sie ist in den gemäßigten Zonen Europas und Asiens verbreitet und überwiegend auf kalkhaltigen, nährstoffreichen Böden anzutreffen. Sie sollten möglichst lange an einem windgeschützten Standort wachsen dürfen, weil dann die Blütenbildung zunimmt.

Aus einer rübenförmigen Wurzelknolle wachsen mehrere aufrechte, wenig verzweigte Stängel. Die Blätter sind groß, gestielt und meist tief geteilt. Die Blüten sind ebenfalls groß rot, rosafarben oder weiß, selten gelb, bei den Kulturformen oft gefüllt. In den duftenden Blüten befinden sich viele (bis zu 230) Staubgefäße. Um Blüten auszubilden benötigen die meisten Pfingstrosen eine kalte Ruhezeit im Winter. Spätfröste können aber den jungen Blättern und Blüten schaden. Pfingstrosen gehören zu den schönsten Blütenpflanzen. Ihren Namen bekamen sie auf Grund der Blütezeit um Pfingsten und der rosenartigen Form der Blüten. Blütezeit: Mai, Juni. Die Pflanze ist schwach giftig.

Verwendete Pflanzenteile: Die Blütenblätter, Wurzeln und Samen

Inhaltsstoffe:

Roter Farbstoff, Flavonoide, Gerbstoffe, Paeonidin (Blüte), Peregrenin (Samen)

Heilwirkung:

Volkstümlich wurden die Blütenblätter bei Haut und Schleimhauterkrankungen, Hämorrhoiden und rheumatischen Beschwerden verwendet, manchmal auch zur Färbung von Hustensaft. Die Wurzeln wurden bei Krämpfen, Beschwerden im Magen-Darm-Bereich und bei allergischen Erkrankungen genutzt. Die Samen (Hexenkörner, Zahnperlen, Apolloniakörner) wurden als Zahnungshilfe gegeben. Bis ins 19. Jahrhundert wurden mit dem Rauch aus den Samen wurden „Besessene“ behandelt. Manchmal dienen die Blütenblätter noch als schönender Bestandteil von Teemischungen.

In der Homöopathie wird Paeonia bei Hämorrhoiden und Analfissuren verwendet.

Nebenwirkungen:

Der Teeaufguss soll keine deutliche Wirkung zeigen. (In China gelten die Blütenblätter als Teedelikatesse). In größeren Mengen getrunken kann es aber zu Erbrechen, krampfartigen Schmerzen und Durchfällen kommen.

Geschichtliches:

Der griechischen Mythologie nach bekam die Pfingstrose ihren Namen von Paeon, einem Arzt der Götter. Er heilte Pluto, den Gott der Unterwelt, der nach einem Kampf mit Herkules verwundet worden war. Doch statt auf Paeons Erfolg stolz zu sein, reagierte sein Lehrer Asclepios mit Eifersucht und ließ ihn töten. Pluto aber, voll Dankbarkeit, verwandelte Paeons Leiche in die Pflanze, mit der er geheilt worden war.

Mit Hilfe der Paeonie soll Virbios, der von den Pferden seines Vaters Theseus getötet worden war, durch Arthemis wieder zum Leben erweckt worden sein.

Bereits in der Antike war die Pfingstrose als Gartenpflanze bekannt und wurde medizinisch genutzt. Benediktinermönche brachten sie über die Alpen nach Mitteleuropa, um sie in den Klostergärten zu kultivieren. Von hier aus gelangte sie in die Bauerngärten, wo sie wegen ihrer Anspruchslosigkeit, Langlebigkeit und Heilwirkung geschätzt wurde.

In Lorsch entstand 2014 zur 1250-Jahrfeier der Abtei und des 795 erschienenen Lorscher Arzneibuchs ein öffentlicher Päoniengarten (Lorscher Pfingstrosenpark). Zudem soll in der Stadt ein alljährlich stattfindender Pfingstrosenmarkt eingerichtet werden.

Im Mittelalter wurden die Samen der Pfingstrose zum Würzen von Fleischgerichten empfohlen.

Die rote Pfingstrose wird – wie die Rose – als Symbol der Liebe angesehen.

Wurzeln, die in roten Stoff verpackt wurden oder aus den Wurzeln geschnitzte Perlen als Halskette aufgereiht, sollten gegen Unheil helfen und Kinder vor Fieberkrämpfen bewahren.

Pfingstrosenwurzeln (um Mitternacht beschafft) sollen als Zauberpflanze - wie auch das Salomonssiegel – Türen und Schlösser öffnen können.

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Pflanzenfamilie: Pfingstrosengewächse Paeoniaceae
Anwendungsbereich: Schmuckdroge
Blütenfarbe: rot
Giftigkeit: schwach giftig
Lebensdauer: ausdauernd