Ackerschachtelhalm

Equisetum arvense

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Heilpflanze 1997

Zinnkraut, Scheuergras, Schachtelhalm, Katzenwedel, Fuchsschweif, Schafsschwanz, Pferdeschwanz (= equisetum), Das Beiwort “arvense” beschreibt den Standort: auf dem Acker

Den Namen Schachtelhalm bekam die Pflanze durch die ineinander geschachtelten Stängelglieder, die sich leicht auseinander ziehen lassen.

Es ist ein ausdauerndes bis 50 cm hohes Kraut aus der Familie der Schachtelhalmgewächse (Equisetaceae) mit Wurzelstöcken, die bis 1,60 m in den Boden reichen. Zunächst bringt die Pflanze einen unverzweigten Frühlingsspross mit Sporenträger an der Spitze hervor. Dieser dient der Fortpflanzung und stirbt alsbald ab. Danach treibt ein Sommerspross hervor. Die Sommersprosse sind quirlig verzweigt. Typisch für den Ackerschachtelhalm ist, dass das unterste Glied des Seitenzweigs stets länger ist als die dazugehörige Scheide des Hauptsprosses Die Blattscheiden haben auch mehr als acht Zacken.

Der Ackerschachtelhalm ist in der nördlichen Erdhalbkugel verbreitet und bevorzugt feuchte und sandige Standorte an Wegen und Gräben. Schachtelhalme gehören als Sporenpflanzen zu den ältesten Gewächsen der Erde. In Japan wird er als Gemüse angebaut.

Verwendete Pflanzenteile: Grüne Sommersprosse

Inhaltsstoffe:

mehr als 10 % Mineralstoffe, vor allem Kieselsäure, Kalzium, Kalium, Magnesium, Eisen, Flavonoide

Heilwirkung:

Der Tee – als Abkochung zubereitet - wirkt schwach harntreibend ohne den Salzhaushalt des Organismus zu beeinflussen. Deshalb wird er gern bei Erkrankungen der Harnorgane eingesetzt. (Von Kneipp besonders empfohlen!) Durch den hohen Kieselsäuregehalt wird er vorbeugend gegen Osteoporose verwendet. Er kräftige Haut und Schleimhäute und hilft deswegen bei Entzündungen im Mund, Sodbrennen, Haarausfall, Nagelbettentzündungen, Schweißfüßen, Fußpilz (zusammen mit Salbei). Er wirkt auch blutstillend (mit kaltem Tee die Nase spülen oder frischen Presssaft verwenden), bei Bettnässen der Kinder (zusammen mit Johanniskraut) und straffend für Haut und Bindegewebe.

Das Homöopathikum Equisetum hyemale, das aus dem Winterschachtelhalm hergestellt wird kann gegen nächtliches Einnässen bei Kindern und bei Reizblase eingesetzt werden.

Nebenwirkungen: Nicht bekannt

Geschichtliches:

Bereits im Altertum verwendeten die Griechen und Römer den Schachtelhalm als adstringierende, harntreibende und Blutungen der Gebärmutter stillende Pflanze. Plinius (1. Jh. n. Chr.) behauptete sogar, es genüge den Schachtelhalm in der Hand zu halten, um die Blutung zu stillen.

In den Kräuterbüchern des 16. Und 17. Jahrhunderts stand diese Indikation an erster Stelle. Daneben wurde er zum Putzen des Zinngeschirrs gebraucht, denn die Kieselsäurekristalle wirken als Putzkörper.

Durch Kneipp, der den Tee des Ackerschachtelhalms bei Harnbeschwerden und Blutungen gebrauchte, erfuhr die Pflanze eine erneute Aufwertung.

Ackerschachtelhalm kann auch als Stärkungsmittel (Brühe oder Jauche) für andere Pflanzen genutzt werden.

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Pflanzenfamilie: Schachtelhalmgewächse Equisetaceae
Anwendungsbereich: Harnwegserkrankungen, Rheuma
Blütenfarbe: grün
Giftigkeit: ungiftig
Lebensdauer: ausdauernd