Knoblauchsrauke

Alliaria petiolata

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Knoblauchkraut, Lauchkraut, Knoblauchhederich, Sommerknoblauch, Würzkraut, Knofelkraut

Die Knoblauchsrauke gehört zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae). Sie ist in den meisten Teilen Europas, Vorderasiens und stellenweise auch in Nordafrika weit verbreitet. Eigentlich ist sie eine Pflanze der Laubwälder. Sie gedeiht aber auch gut in Gebüschen und Hecken, an Wegrändern und auf Schuttplätzen und kommt häufig sie in Gesellschaft mit Brennnesseln vor. Wie diese liebt sie frische stickstoffreiche Lehmböden.

Die Knoblauchsrauke besitzt eine lange Pfahlwurzel. Im ersten Jahr bildet die Pflanze eine grundständige Rosette mit rundlichen gestielten Blättern. Im zweiten Jahr wächst daraus ein leicht kantiger Stängel von 20 bis 100 cm Länge mit herzförmigen Blättern, die wechselständig angeordnet sind. Die unteren Blätter sind größer und langgestielt, die oberen kleiner und kurzstieliger. Beim Zerreiben riechen sie nach Knoblauch, was zur Bildung des Namens geführt hat. Am Ende des Stängels bildet sich ein traubiger Blütenstand mit vielen weißen, vierzähligen Blüten, die 5 bis 8 cm groß werden. Für viele Insekten sind sie eine wichtige Futterquelle.

Blütezeit: April bis Juni

Aus den Blüten entwickeln sich dünne Schoten von 3 bis 7 cm Länge, in denen schwarzbraune Samen heranreifen.

Verwendete Pflanzenteile:

Blätter, Blüten, Wurzel (nur von einjährigen Pflanzen), Samen

Inhaltsstoffe:

Vitamine A und C, ätherische Öle, Senfölglykoside, z.B. Sinigrin

Heilwirkung:.

Das frische Kraut wirkt antiseptisch, leicht harntreibend und schleimlösend. Volksmedizinisch wird Knoblauchsrauke bei Erkältungskrankheiten, Insektenstichen, rheumatischen Beschwerden und schlecht heilenden Wunden eingesetzt.

Nebenwirkungen:

Nicht bekannt

Geschichtliches:

Schon 4000 Jahre v. Chr. wurde die Knoblauchsrauke als Gewürz genutzt.

Im Mittelalter wurde sie als Gewürzpflanze in den Gärten angebaut. Später geriet sie in Vergessenheit. Erst die moderne Kräuterküche entdeckte die Pflanze neu.

Die Blätter lassen sich am besten frisch verwenden. Sie schmecken mild nach Knoblauch und sollten keinesfalls mit gekocht werden, da sich die Geschmacksstoffe leicht verflüchtigen.

Am besten eignet sich Knoblauchsrauke für Kräuterbutter, Kräuterquark, Pesto oder Salatzutat.

In England werden die Blätter für Sandwichfüllungen verwendet.

Pflanzenfamilie: Kreuzblütler Brassicaceae
Anwendungsbereich: Erkältungskrankheiten, Gewürz
Blütenfarbe: weiß
Giftigkeit: ungiftig