Römische Kamille

Chamaemelum nobile

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Große Kamille, Dickkopf, Welsche Kamille, Gartenkamille

Die Römische Kamille war ursprünglich nur im Mittelmeergebiet beheimatet. Seit dem 16. Jahrhundert wird sie als traditionelle Pflanze der Bauerngärten bei uns kultiviert. In Mitteleuropa ist sie nur selten in der Natur zu finden. Sie ist eine ausdauernde krautige Pflanze aus der Familie der Korbblütengewächse (Asteraceae), die intensiv aromatisch riecht. Sie erreicht Wuchshöhen von 15 bis 30 cm. Die Blätter bilden zunächst eine Rosette. An der Basis liegen die Stängel am Boden und steigen im weiteren Verlauf auf. Die wechselständigen Blätter sind doppelt fiederspaltig, bis 4 cm lang, flaumig behaart oder fast kahl. Die Römische Kamille hat verzweigte Blütensprosse und kurze sterile Sprosse. Die Blüten befinden sich in einem Blütenkorb mit gelben Röhrenblüten und weißen Zungenblüten. Der Durchmesser der Blüten beträgt 18 bis 25 mm.

Blütezeit: Juni bis September

In Westeuropa (Frankreich, Großbritannien) wird eher die Römische Kamille verwendet, in Deutschland ist die Echte Kamille beliebter.

Verwendete Pflanzenteile: Die Blütenköpfe oder das gesamte Kraut

Inhaltsstoffe: Ätherische Öle, z.B. Nobilin, Pinen, Limonen

Heilwirkung:

Die Römische Kamille hat ähnliche Heilwirkungen wie die Echte Kamille. Sie wirkt krampflösend, wundheilend und verdauungsfördernd und wird bei Menstruationsbeschwerden, Entzündungen im Mundbereich und Verdauungsproblemen eingesetzt, auch bei Akne, Dermatitis und anderen Hauterkrankungen.

Nebenwirkungen:

Sind nicht bekannt; in größeren Mengen soll Römische Kamille brechreizerzeugend sein.

Geschichtliches:

Der Name leitet sich aus dem griechischen Wort „Chamaimelon“ = Erdapfel ab, wahrscheinlich wegen des erdnahen Wuchses. Im alten Ägypten war die Pflanze dem Sonnengott Ra geweiht. Man schätzte sie als eines der wertvollsten Kräuter und stellte aus ihr Heilmittel gegen Malaria her.

Mit Rom und den Römern hat die Pflanze nur den Namen gemeinsam.

Zur Gattung Kamille gehören außer der Römischen Kamille nur die Echte Kamille und die Strahlenlose Kamille.

Die Hundskamille, die Geruchlose Kamille und die Strandkamille sind im engeren Sinne nicht mit der Echten Kamille verwandt. Manchmal wird das Mutterkraut (Tanacetum partenium) als Römische Kamille bezeichnet. Es gehört auch zu den Korbblütengewächsen, es handelt sich aber um eine andere Pflanze, die auch nicht zu den Kamillen gehört.

Die Römische Kamille soll andere Pflanzen heilen können und wurde daher oft neben kranke Pflanzen gesetzt.

Pflanzenfamilie: Korbblütler Asteraceae
Anwendungsbereich: Verdauungsbeschwerden
Blütenfarbe: weiß, gelb
Giftigkeit: ungiftig
Lebensdauer: ausdauernd