Dornige Hauhechel

Onosis spinosa

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Eselskraut, Harnkraut, Stachelkraut, Steinwurzel, Weiberzorn, Heudorn, Seichkraut, Harnkraut, Eindorn

Die Dornige Hauhechel ist ein bis 60 cm hoher Halbstrauch aus der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Sie ist mit etwa 88 Arten in Europa, Westasien und Nordafrika heimisch, bevorzugt sonnige Standorte auf kalkhaltigen Böden und kommt häufig auf mageren Wiesen, an Böschungen, Wald- und Wegrändern vor. Aus einer kräftigen bis 100 cm langen Pfahlwurzel treiben aufrechte, im unteren Teil verholzende, stark dornige behaarte Stängel, die im Winter bis zum Boden abfrieren. Sie sind dicht mit dreizähligen, weiter oben mit einfachen Blättern besetzt. Die Blüten mit rosafarbenen Kronblättern stehen einzeln in den Blattachseln. Sie bieten keinen Nektar; die Staubblätter sind zu einer Röhre verwachsen. Die Blüten werden überwiegend von Bienen angeflogen. Die Raupen des Hauhechelbläulings lieben die Pflanze.

Blütezeit: Juni bis September

Aus der Blüte entwickelt sich eine Hülse, die ebenso lang wie der Kelch ist.

Verwendete Pflanzenteile: Die Wurzel, die nur überbrüht (nicht gekocht) werden sollte

Inhaltsstoffe: Ätherisches Öl, Flavonoide, Gerbstoffe

Heilwirkung:

Die Hauhechelwurzel ist häufig Bestandteil von Teemischungen zur Blutreinigung und Durchspülung. Der Teeaufguss aus der Wurzel wirkt leicht harntreibend wird zur Förderung der Harnausscheidung und zur Durchspülung bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege verwendet, auch zur Vorbeugung gegen Harnsteinbildung. Volksheilkundlich wird die Wurzel auch bei Gicht und rheumatischen Beschwerden genutzt. Hauhechel zählt heute nicht zu den Standarddrogen in der Kräuterheilkunde, weil die Wirkung der Pflanze zu ungleichmäßig ist. Je nach Standort kann eine sehr unterschiedliche Konzentration von Wirkstoffen (mal stärker, mal schwächer) vorliegen.

Nebenwirkungen: Nicht bekannt; bei Wasseransammlungen infolge eingeschränkter Herz- oder Nierentätigkeit sollte auf die Anwendung mit Hauhechel verzichtet werden.

Geschichtliches:

Der botanische Name wird gebildet aus „onos“ (griechisch für Esel) und „spinosus“ (lateinisch für dornig). Esel sollen die Pflanze – trotz der Dornen – mögen. Möglicherweise nimmt der Name auch Bezug auf den unangenehmen Geruch der Pflanze. Der deutsche Name „Hauhechel“ könnte sich gebildet haben, weil man die Dornen mit einer Hechel (zur Flachsbearbeitung) verglichen hat. Den Namen „Weiberzorn“ verdankt die Pflanze den Dornen, an denen sich die Kleider der Frauen verfangen haben.

Die Hauhechel wurde bereits bei Dioskurides und Plinius als harntreibend erwähnt. Auch bei Zahnschmerzen sollte die Wurzel – in Essig gekocht – helfen.

Die Kräuterbücher des 16. und 17. Jahrhunderts empfehlen die Droge bei Steinleiden und Harnverhalten, auch bei Hautausschlägen und Ekzemen. Auch das blühende Kraut wurde früher volksheilkundlich verwendet.

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Pflanzenfamilie: Hülsenfrüchtler Fabaceae
Anwendungsbereich: Harnwegserkrankungen
Blütenfarbe: lila
Giftigkeit: ungiftig