Gänsefingerkraut

Potentilla anserina

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Fingerkraut, Gänserich, Silberblatt, Silberkraut, Anserine, Krampfkraut, Dreckkraut, Säukraut

Das Gänsefingerkraut gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Es ist in den gemäßigten Zonen der nördlichen Erdhalbkugel weit verbreitet und kommt auf feuchten Böden, an Wegen und auf Brachland vor. Das Gänsefingerkraut wächst auch auf steinigem Untergrund und gilt als Pionierpflanze, weil es als eine der ersten Pflanzen neu entstandene Wegböschungen besiedelt. Aus einem ausdauernden Wurzelstock treibt die Pflanze im Frühjahr eine Blattrosette mit unpaarig gefiederten Blättern, die bis zu 20 cm lang werden können und meist 7 bis 12 Fiederpaare mit gesägtem Blattrand haben. Die Blätter sind anfangs beidseitig, später nur auf der Blattunterseite silbrig behaart. Bei Trockenheit biegen sich die Blätter auf und reflektieren Licht und Wärme. Aus der Blattrosette heraus wachsen auch Ausläufer, die über 1 m lang werden können und an Knoten Wurzeln und Blätter austreiben. Wegen dieser vegetativen Vermehrung bilden sich schnell größere dichte Bestände. Die 5zähligen, langgestielten endständigen leuchtendgelben Blüten entspringen in den Blattachseln.

Blütezeit: Mai bis September

Die Blüten öffnen sich nur bei Sonne völlig. Die Blüten werden von vielen Insekten bestäubt. Kurz vor dem Verblühen ist auch Selbstbestäubung möglich. Wenn es regnet, zieht die Pflanze ihre Blätter über die Blüten, um sie zu schützen.

Verwendete Pflanzenteile: Das Kraut, vor allem die Fiederblätter, die Wurzeln

Inhaltsstoffe: Gerbstoffe, Flavonoide, Harz, Schleim

Heilwirkung:

Auf Grund des Gerbstoffgehalts wirkt der Teeaufguss innerlich und äußerlich angewandt adstringierend, entzündungswidrig und etwas stopfend. Er wird bei Durchfällen, Krämpfen und Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt, auch bei Zahnfleischentzündungen und als Badezusatz bei Entzündungen der Haut. Das homöopathische Arzneimittel kann bei schmerzhafter Regelblutung und bei Entzündungen der Magenschleimhaut angewendet werden.

Nebenwirkungen: Nicht bekannt; bei Reizmagen kann es zu Beschwerden kommen.

Geschichtliches:

Der Gattungsname Potentilla leitet sich vom lateinischen potens (mächtig) ab. Damit sprach man der Pflanze eine große Heilkraft zu. Der Artname anserina ist ebenfalls lateinischen Ursprungs (anser = Gans) und bezieht sich auf die Verwendung als Gänsefutter. Auch andere Tiere fressen die Pflanze gern, nur Schafe mögen sie nicht.

Plinius empfahl das Fünffingerkraut um Böses vom Haus abzuhalten und als Mittel gegen Hexen und den Teufel.

Nach alter Überlieferung kann man sich bei Menschen beliebt machen, wenn man die Wurzel der Pflanze am Johannistag (24. Juni) ausgräbt und sie als Amulett um den Hals trägt.

Pflanzenfamilie: Rosengewächse Rosaceae
Anwendungsbereich: Schleimhautentzündungen, Durchfall
Blütenfarbe: gelb
Giftigkeit: ungiftig
Lebensdauer: ausdauernd