Hänge-Birke

Betula pendula

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Sandbirke, Hängebirke, Weißbirke, gemeine Birke, Besenbirke, Frühlingsbaum

Ein bis zu 30 m hoher Baum aus der Familie der Birkengewächse (Betulaceae), zu der auch Haselnuss, Erle und Hainbuche gehören. Die Birke ist in den gemäßigten Zonen Europas und Asiens heimisch. Ihr zartes Frühjahrsgrün macht sie zum Symbol des Frühlings. Wegen ihres hohen Gehalts an Harzen ist sie äußerst widerstandsfähig und kann auch in sehr feuchtem Gelände überleben.

Der Stamm und die Äste jüngerer Bäume haben eine weiße Rinde, die sich teilweise in waagerechten Streifen abschält. Die weiße Farbe der Rinde entsteht durch den Farbstoff Betulin, der die Rinde undurchlässig gegen Nässe macht und als Schutz gegen Überhitzung wirkt. Ältere Bäume bilden im unteren Teil des Stammes eine schwärzliche harte Borke. Die dünnen Zweige hängen häufig herab. Die einjährigen Triebe sind kahl und mit klebrigen Harzdrüsen versehen. Die Blätter sind dreieckig bis rautenförmig, der Blattrand ist doppelt gesägt.

Die grünlichen weiblichen Blüten stehen aufrecht an den Enden kurzer Seitenzweige. Sie sind gestielt und bis 3 cm lang. Die gelb-braunen männlichen Blüten bilden bis 10 cm lange walzenförmige hängende Kätzchen. Blütezeit: April, Mai. Wegen der Windbestäubung ist die Birke bei Polenallergikern äußerst unbeliebt. Pro Blütenkätzchen können sich bis zu 450 Früchte entwickeln (bis zu 50 000 auf einen Quadratmeter!). Diese sind ca. 3 mm groß, geflügelt und werden durch den Wind verbreitet. Die Samen können sofort keimen. Birken zeigen eine aggressive Technik, um sich gegen konkurrierende Bäume durchzusetzen. Bei Wind schleifen die hängenden Zweige mit dem Korkwarzenbesatz regelrechte Schneisen in die Baumkronen benachbarten Bäume anderer Arten.

Verwendete Pflanzenteile:

Blätter, früher auch Rinde, Saft, Knospen und Harz

Inhaltsstoffe:

Flavonoide, Vitamin C, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Harze

Heilwirkung:

Wegen ihrer harntreibenden Wirkung ist die Anwendung von Birkenblättern als nierenanregendes Mittel für eine Durchspültherapie bei bakteriellen und entzündlichen Erkrankungen der Harnwege und bei Nierengrieß wissenschaftlich anerkannt. In der Volksheilkunde sind Birkenblätter ein beliebtes und häufig verwendetes Heilmittel zur Frühjahrskur bei Rheuma, Gicht und Nierensteinen.

Die Rinde enthält therapeutisch wirksame Bestandteile (Betulin, Betulinsäure), die tumorhemmend und antiviral wirken.

Ein Sud aus der Birkenrinde kann äußerlich bei Hauterkrankungen angewendet werden.

Aus der Rinde lässt sich auch Birkenteer herstellen, der ebenfalls gegen Hautkrankheiten verwendet wurde. Birkenpech, das durch weitere Destillation entsteht, wurde als Klebstoff genutzt.

Durch Anbohren der Stämme wird der Saft der Birken gewonnen und zu Haarwasser verarbeitet. Er wird auch als Hausmittel gegen Rheuma und Gicht verwendet. Bis zu 3 l Saft können am ersten Tag des Anbohrens gewonnen werden.

Nebenwirkungen:

Nicht bekannt; nicht anwenden bei Ödemen infolge eingeschränkter Herz- und Nierentätigkeit.

Geschichtliches:

Der Name Betula ist möglicherweise gallischen Ursprungs

Plinius berichtet, dass die Gallier aus dem klebrigen Birkensaft eine Art Gummi herstellten, das man auch als Pflaster verwendete. Aus der Rinde wurde Birkenteer gekocht und als Wagenschmiere und zum Abdichten von Booten genutzt.

In Skandinavien und Russland spielt die Birke im Volksbrauchtum eine ähnliche Rolle wie die Linde oder die Eiche in Deutschland. Zu Pfingsten und Fronleichnam werden oftmals junge Birken vor die Häuser gestellt.

Die pulverisierten Blütenkätzchen wurden in Mangelzeiten zum Strecken von Mehl verwendet.

Traditionell werden Kinderwiegen aus Birkenholz gefertigt. Aus dem Holz werden auch Span- und Faserplatten, Sperrholz und Zellstoff hergestellt. Das Reisig wird für Besen (auch Hexenbesen) genutzt.

Birke ist die Baumart, bei der es am häufigsten zum Streit zwischen Nachbarn kommt.

Pflanzenfamilie: Birkengewächse Betulaceae
Anwendungsbereich: Rheuma, Gicht
Blütenfarbe: grün
Giftigkeit: ungiftig
Lebensdauer: ausdauernd