Färberkamille

Anthemis tinctoria

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Goldblume, gelbe Kamille, Färberhundskamille, Johannisblume

Die Färberkamille, eine alte Färberpflanze, gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). Sie ist nicht mit der Echten Kamille verwandt, sondern verdankt ihren Namen der Ähnlichkeit der Blätter. Sie ist in Mitteleuropa heimisch und wächst ausdauernd (selten ein- bis zweijährig) an Wegrändern, auf steinigen Böden, Brachflächen und Trockenrasen. Aus einem verholzten Wurzelstock wachsen aufrechte behaarte Stängel. Die fein gefiederten Laubblätter sind wechselständig angeordnet und auf der Unterseite grau-weiß. Die Färberkamille erreicht Wuchshöhen bis zu 80 cm und bildet am Ende der Stängel eine körbchenartige Blüte aus, die einen Durchmesser bis zu 4 cm erreicht. In dem Blütenkorb befinden sich 350 bis 500 goldgelbe zwittrige Röhrenblüten und am Rand gleichfarbige Zungenblüten. Sie sind reich an Nektar und werden am Tage von Bienen und anderen Insekten besucht. Die Blütenkörbchen schließen sich nachts. Zu große Feuchtigkeit führt bei der Färberkamille zu übermäßiger Bildung von Blättern auf Kosten der Blüten, Düngung verzögert die Blütenbildung.

Blütezeit: Juni bis September

Die mit einem Pappus versehenen Früchte werden durch den Wind verbreitet. Weil die Pflanze bis in den Herbst blüht, ist sie eine wichtige Futterpflanze für Insekten.

Verwendete Pflanzenteile:

Blüten und Blätter

Inhaltsstoffe:

Ätherische Öle, Farbstoff; Hauptfarbstoff ist Luteolin. Welche weiteren Inhaltsstoffe die Färbung bewirken, ist nicht bekannt.

Heilwirkung:

Die Färberkamille hat als Heilpflanze keine Bedeutung.

Volksmedizinisch wurden die zerquetschten Blüten als Wundauflage genutzt.

Ein Tee wurde bei Menstruationsbeschwerden und zur Anregung der Menstruation verwendet.

Alle Pflanzenteile schmecken würzig und intensiv. Junge Blätter können als Beigabe im Kräuterquark gegessen werden. Die Blüten verschönen Tees und andere Getränke und können ebenfalls gegessen werden.

Nebenwirkungen: Nicht bekannt

Geschichtliches:

Der Name „Anthemis“ leitet sich aus dem griechischen anthemon = Blume ab und spielt auf den Blütenreichtum der Pflanze an. Die Endung „-emis“ wurde mit Bezug auf Artemis, der griechischen Göttin der Jagd, aber auch Spenderin des Lebens und Geburtsgöttin verwendet, weil viele Korbblütler als Mutterkräuter bei Frauenleiden verwendet wurden.

„Tinctoria“ weist auf die Verwendung als Färberpflanze hin.

Der Zuname „Hund“ könnte eine Herabsetzung wegen der geringen Heilwirkung bedeuten.

Pflanzenfamilie: Korbblütler Asteraceae
Anwendungsbereich: Menstruationsbeschwerden, Färberpflanze
Blütenfarbe: gelb
Giftigkeit: ungiftig
Lebensdauer: ausdauernd