Eselsdistel

Onopordum acanthium

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Krebsdistel, Krampfdistel, Wolldistel

Die Eselsdistel ist eine zweijährige krautige Pflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Sie stammt aus dem Mittelmeergebiet und Kleinasien und wächst auf sonnigen, trockenen und nährstoffreichen Böden an Wegrändern und auf Brachland. In den USA ist sie eingeschleppt und gilt als Unkraut. Aus einer kräftigen bis 100 cm langen Pfahlwurzel bildet die Pflanze im ersten Jahr eine Blattrosette mit Laubblättern, die bis zu 1 m lang werden können. Im zweiten Jahr bilden sich stark verzweigte Stängel, die Wuchshöhen bis zu 3 m erreichen kann. Sie sind dicht mit kräftigen Dornen besetzt, die sehr breit herablaufen. Die Stängel erscheinen dadurch wie mit Flügeln ausgestattet. Sie dienen der Stabilisierung im Sturm und der Wasserableitung in den Wurzelbereich. Die fleischigen Blätter, die von dicken Rippen durchzogen sind, stehen wechselständig und herablaufend am Stängel. Sie sind ebenfalls am Rand mit vielen Dornen und dicht mit spinnwebartigen Haaren besetzt. Die oberirdischen Teile der Pflanze erscheinen dadurch grau-filzig.

Am Ende der Stängel und der Nebenstängel bilden sich bis 7 cm große kugelförmige Kelche, die mit zahlreichen purpurfarbenen Röhrenblüten besetzt sind.

Blütezeit: Juli bis September

Die Blüten werden von Bienen, Schwebfliegen und Schmetterlingen aufgesucht, wobei nur langrüsselige Insekten an den Nektar gelangen. Die Schwebfliegen sammeln den Pollen von den aus der Blütenkrone herausragenden Staubbeuteln. Nach dem Abblühen werden in einem Blütenkorb bis zu 40 000 Samen ausgebildet, die lange keimfähig bleiben.

Verwendete Pflanzenteile: Blüten, Kraut

Inhaltsstoffe: Flavonoide, Gerbstoffe, Alkaloide in Spuren, Bitterstoffe

Heilwirkung:

Pharmakologisch ist die Pflanze kaum erforscht. Die Schulmedizin verwendet die Eselsdistel nicht. Volksheilkundlich werden die Blüten zu Herzmitteln verarbeitet und kommen bei Herzrhythmusstörungen, Schlafstörungen und Kreislaufbeschwerden zum Einsatz. Auch Gallebeschwerden sollen sich mit dem Saft der Eselsdistel lindern lassen, der auch als Mittel zur Behandlung von Geschwüren und Hautkarzinomen verwendet wird.

Nebenwirkungen: Nicht bekannt

Geschichtliches:

Der Gattungsname Onopordum ist griechischer Herkunft. Er wird gebildet aus „onos“ = Esel und „porde“ = Wind. Wenn Esel die Pflanze fressen, sollen sie danach oft Blähungen bekommen. Der Artname acanthium ist vom griechischen „akantha“ = Stachel abgeleitet.

Seit dem 13. Jahrhundert ist die Distel die Nationalblume Schottlands. Angeblich soll die Eselsdistel einen Angriff der barfüßigen Wikinger verhindert haben. Der Distelorden (Order of the Thistle) ist der älteste und höchste Orden Schottlands. Auf der Rückseite der 1-Pfund-Münze soll auch eine Distel abgebildet sein.

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Pflanzenfamilie: Korbblütler Asteraceae
Anwendungsbereich: Herzstärkung, Verdauungsbeschwerden
Blütenfarbe: lila
Giftigkeit: ungiftig