Lavendel

Lavandula angustifolia

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Heilpflanze des Jahres 2008

Lavander, Blavendel, Nervenkraut, Speick, Schwindelkraut

Der Lavendel gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Er stammt aus dem Mittelmeergebiet, wo er stark verbreitet ist (Lavendelfelder in der Provence). Lavendel liebt sonnige Standorte und kommt mit wenig Wasser und Dünger aus. Bei zu viel Dünger verlieren die Blätter ihre silbrige Farbe und werden eher grün.

Die Pflanze wächst als kleiner Halbstrauch von 15 bis 60 cm Höhe mit aufrechten, stark verzweigten Ästen, von denen steife Zweige abgehen. Im Mai treiben aus den Ästen neue Blütentriebe mit gegenständigen, schmalen Blättern ,die bis zu 5 cm lang sind. Die violetten Blüten stehen in mehreren Scheinquirlen mit je 6 bis 10 Blüten zusammen.

Blütezeit: Juni bis August. Die ganze Pflanze verströmt einen angenehmen Duft, aber auch der Anblick von blühendem Lavendel ist eine Augenweide.

Verwendete Pflanzenteile:

Blüten, die kurz vor der völligen Entfaltung geerntet werden, weil dann der Gehalt an ätherischem Öl am höchsten ist. Als Gewürz für die Küche sollten die Blüten erst kurz vor dem Verblühen geerntet werden. Das Aroma ist dann süßer und milder. Die Blätter können das ganze Jahr zum Aromatisieren von Speisen verwendet werden.

Inhaltsstoffe: Gerbstoff, ätherisches Öl, Flavonoide, Cumarin

Heilwirkung:

Die Blüten werden als mildes Beruhigungsmittel bei Unruhezuständen, nervöser Erschöpfung und Einschlafstörungen verwendet ebenso als Badezusatz und zur Herstellung von Kräuterkissen zur Förderung des Einschlafens. Ein fördernder Effekt auf die Gallensaftbildung ist vorhanden. Die frischen und getrockneten Blüten werden auch zur Herstellung homöopathischer Heilmittel benutzt. Sie dienen zur Behandlung nervöser Beschwerden, Herzklopfen, Magen-Darm-Störungen und Schlaflosigkeit.

Das Lavendelöl (Oleum Lavandulae), das aus den Blüten durch Wasserdampfdestillation gewonnen wird, findet bei der Herstellung von kosmetischen Erzeugnissen Verwendung.

Nebenwirkungen: Bei empfindlichen Personen sind auf Grund von Cumarinverbindungen Kopfschmerzen möglich.

Geschichtliches:

Der Name leitet sich von dem lateinischen Wort lavare (waschen) ab.

Im Altertum wurden wahrscheinlich die Blüten des Schopflavendels (Lavandula stoechas) verwendet, die man den Bädern zusetzte. Echter Lavendel kam erst im Mittelalter in Gebrauch und wurde als Augenmittel und gegen Motten angewendet.

Hildegard von Bingen nutzte den Lavendel bei Brust- und Lungenleiden. Sie kochte die Blüten in Wein und ließ die Patienten 6 – 8 Wochen schluckweise davon trinken.

„Lavendel ist ein köstliches Kraut wider die Gebrechen des Hirns und der Nerven, Schwindel, Schlag, mit ganzer oder halbseitiger Lähmung, fallende Sucht, Schlafsucht, Krampf, Zittern, Kontraktsein und Lahmheit“, so Petrus Andreas Matthiolus, der Leibarzt Kaiser Ferdinands I. in seinem Kräuterbuch von 1554.

In Wien zogen noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts „Lavendelweiber“ singend von Haus zu Haus und boten den „Balsam für die Nerven“ an.

Wurde der Lavendel genau in der Johannisnacht (24. Juni) gepflückt, so war er besonders stark und hielt bösen Zauber fern. Ein Kranz aus Lavendelblüten geflochten soll für Friede, Freude und Gesundheit im Haus sorgen.

Vielerorts glaubte man, der Duft helfe gegen den Teufel. Sogar Hexen, die vom Teufel gejagt wurden, brauchten sich nur auf einen Lavendelstrauch zu setzen und waren vor ihrem Verfolger sicher. War es der Duft nach Sauberkeit, den der Teufel nicht mochte?

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Pflanzenfamilie: Lippenblütler Lamiaceae
Anwendungsbereich: Schlafstörungen, Badezusatz
Blütenfarbe: blau
Giftigkeit: ungiftig
Lebensdauer: ausdauernd