Karde

Dipsacus sylvestris

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Dipsacus fullonum , Dipsacus sylvestris (Wilde Karde) Dipsacus sativus (Weberkarde),

Igelkopf, Kratzkopf, Raukarde, Weberkarde, wilde Karde, Venusbecken

Die Karde ist in Europa heimisch. Ihr Name leitet sich ab von „carduus“ = Distel. Sie ähnelt im Aussehen der Distel, gehört aber zu einer eigenen Pflanzenfamilie, den Kardengewächsen (Dipsacaceae). Sie wächst zweijährig auf steinigem Grund und frischen Erdaufschüttungen. Zunächst entwickelt sich eine Blattrosette mit länglichen hellgrünen Blättern, die paarweise um 90° versetzt wachsen. Im zweiten Jahr wächst aus der Rosette ein Stängel, der über 2 m hoch werden kann. Direkt am Stängel wachsen jeweils zwei lange Blätter, die miteinander und mit dem Stängel verwachsen sind. Die Anwachsstellen bilden eine Art Gefäß, in dem sich das Regenwasser sammeln kann. Vögel können auch aus diesen trichterförmigen Behältern trinken. Man vermutet, dass diese Wasserbecken Ameisen davon abhalten, am Stängel hochzusteigen. Deshalb sollen Blattläuse auf der Pflanze verhindert werden. Möglicherweise diene sie auch als Insektenfang für eine zusätzliche Stickstoffversorgung.

Im oberen Bereich verzweigt sich der Stängel. An den Spitzen trägt er stachelige, längliche eiförmige Blüten, die zuerst grün aussehen und dann von der Mitte aus violett erblühen. Die Blütenstände sind von stacheligen Hüllblättern umgeben. Die Blüten sind vormännlich mit herausragenden Staubbeuteln Sie werden von zahlreichen Insekten besucht. Die Blühzone wandert gleichzeitig nach oben und nach unten. Nach der Blütezeit bleiben die Blütenstände trocken stehen. Die Samen werden gern von Vögeln gefressen, die Wurzel ist eine Delikatesse für Wühlmäuse.

Verwendete Pflanzenteile:

Wurzel, Blüten oder ganze Pflanze; die Wurzel wird im Frühling oder Herbst ausgegraben, sie schmeckt leicht bitter.

Inhaltsstoffe: Scabiosid(Glykosid), organische Säuren, Saponine, Bitterstoffe, Gerbstoffe

Heilwirkung:

Die Karde ist als Heilpflanze relativ unbekannt. Sie gilt als Ausleitungsmittel und wirkt antibakteriell, schweißtreibend, blutreinigend und harntreibend. Die Wurzel soll immunstärkend und günstig auf Verdauung, Stoffwechsel und gegen rheumatische Erkrankungen und Kopfschmerzen wirken. Sie wird als Abkochung oder Tinktur bei Hauterkrankungen, Warzen, Sommersprossen und Furunkeln angewandt. Sie soll auch bei Borreliose eingesetzt werden können, wenn eine Behandlung mit Antibiotika nicht anschlägt oder begleitend. Bislang gibt es aber dazu erst wenige wissenschaftliche Belege Durch die Fähigkeit gegen Borreliose zu helfen gewinnt die Pflanze an Bedeutung.

Nebenwirkungen:

Nicht bekannt

Geschichtliches:

Der Name ist griechischer Herkunft: dipsa = Durst.

Bis ins 20. Jahrhundert wurden die abgeblühten Blütenköpfe zum Kämmen ungesponnener Wolle verwendet.

Mädchen, die sich mit dem Wasser aus den Stängeltrichtern waschen, sollen besonders schön werden.

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Pflanzenfamilie: Geißblattgewächse Caprifoliaceae
Anwendungsbereich: Hauterkrankungen, Borreliose
Blütenfarbe:
Giftigkeit: ungiftig
Lebensdauer: zweijährig