Ysop

Hyssopus officinalis

Bild 1 von 1

Bienenkraut, Josefskraut, Kirchenysop, Klosterysop, Duftisoppe, Eisop

Der Ysop ist ein Halbstrauch aus der Familie der Lippenblütengewächse (Lamiaceae) mit kurzen Trieben, die verholzen. Er ist im Mittelmeergebiet heimisch, in Europa und Westasien gebietsweise verbreitet und wird auch als Zier- und Gewürzpflanze kultiviert. Ysop wird etwa 50 cm hoch. Aus einer Pfahlwurzel treiben mehrere kantige aufrechte Stängel. Die Blätter sind lanzettlich und bis 3,5 cm lang. Sie sind durch tief eingesenkte Öldrüsen punktiert. Die Blüten stehen in einem ährigen Blütenstand. Drei bis sieben Blüten stehen in den Achseln der gegenständigen Blätter dicht zusammen. Sie sind dunkelblau, seltener rosa oder weiß. Die ganze Pflanze duftet stark aromatisch und ist eine hervorragende Futterpflanze für Bienen.

Blütezeit: Juli bis Oktober

Verwendete Pflanzenteile: Das Kraut ohne die verholzten Teile

Inhaltsstoffe: Ätherisches Öl, Gerbstoffe, Flavonoide, Vitamin C, Bitterstoffe

Heilwirkung:

Ysop hat ähnliche Heilwirkung wie der Salbei und wird bei Magen- und Darmproblemen und zur Appetitanregung verwendet. Er ist ein vorzügliches Gewürz, weil er die Verdauung günstig beeinflusst, sollte aber nur sparsam verwendet werden. Frisch gepflückt vermag der Ysop sein Aroma stärker zu entfalten als getrocknet. Er wirkt schweißhemmend, schleimlösend und auswurffördernd bei Halsentzündungen und Heiserkeit. Äußerlich angewandt soll er Augenlid und Ohrenentzündungen lindern.

Das BGA lehnt die Anwendung ab, da die Heilwirkung nicht erwiesen sein soll. Auch ist Ysop noch nicht ausreichend wissenschaftlich untersucht.

Nebenwirkungen: Ysopöl soll Krampfanfälle auslösen können.

Geschichtliches:

Bei den Israeliten dient der Ysop zur symbolischen Reinigung (Psalm 51). Es soll sich hier aber um eine Majoranart (origanum syriacum) handeln.

Zu Zeiten von Jesus wusch man an Lepra erkrankte Menschen mit Ysop. Auf den Blättern der Pflanze können sich Schimmelpilze ansiedeln und so wirksam werden. Ohne die Pilze wirkt Ysop nicht antibakteriell. (Penicillin wird aus Schimmelpilzen gewonnen!)

Der Schwamm, der Jesus bei der Kreuzigung gereicht wurde, soll an einem Ysopstängel befestigt gewesen sein. Fortan galt Ysop als frommer Strauch. Ysop soll auch verwendet werden, um Dinge mit Weihwasser zu besprengen.

Bereits in der Antike wurde der Ysop arzneilich genutzt. Im 9. Jahrhundert brachten Mönche das „heilige Kraut“(hebräisch) nach Nordeuropa, wo es in den Klostergärten als Gewürz- und Medizinpflanze kultiviert wurde.

Wenn im Gottesdienst die Predigt zu lange dauerte (und die Gefahr bestand einzuschlafen), sollen Frauen an Ysopblüten gerochen haben, die sie ins Gesangbuch gelegt hatten.

Ysop gilt als Abwehrmittel von Schnecken, Raupen und Blattläusen und wird im Garten gern als Randbepflanzung eingesetzt.

Pflanzenfamilie: Lippenblütler Lamiaceae
Anwendungsbereich: Verdauungsbeschwerden
Blütenfarbe: blau
Giftigkeit: ungiftig
Lebensdauer: ausdauernd