Beifuß

Artemisia vulgaris

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Gänsekraut, Besenkraut, Fliegenkraut, Jungfernkraut, Weiberkraut, wilder Wermut, Sankt Johannskraut

Beifuß ist eine ausdauernde bis 150 cm hohe Pflanze aus der Familie der Korbblütengewächse (Asteraceae), die meistens von Jahr zu Jahr größer wird . Er kommt häufig auf nährstoffreichen Böden in Europa, Nordafrika, Asien, an Wegrändern, Schuttplätzen und im Gebüsch vor und wird auch als Gewürzpflanze in Gartenkulturen angebaut. Die Pflanze besitzt einen eigenartigen Geruch.

Die Stängel sind spärlich behaart. Die Laubblätter sind derb, auf der Oberseite grün, auf der Unterseite weißfilzig behaart. Die Blüten stehen in rispigen Blütenständen zusammen. Sie sind weißgrau, gelblich oder rotbraun. Sie enthalten nur Röhrenblüten, die 1 – 3 mm lang sind. Sie werden durch den Wind bestäubt. Eine Pflanze kann bis zu 500 000 Früchte produzieren.

Blütezeit: Juli bis September

Beifuß führt heutzutage ein Schattendasein als Unkraut.

Verwendete Pflanzenteile:

Die oberen blühenden Triebe werden geschnitten und getrocknet solange die Blütenkörbchen noch geschlossen sind. Danach sind die Blätter zu bitter und eignen sich nicht mehr zum Würzen.

Inhaltsstoffe: Ätherisches Öl (Kampfer, Thujon), Bitterstoffe, Gerbstoff

Heilwirkung:

Auf Grund des ätherischen Öl- und Bitterstoffgehalts wird die Bildung von Magensaft und Gallenflüssigkeit gefördert. Beifuß unterstützt auch die Bauchspeicheldrüse und wird als Gewürz für Gänse- und Entenbraten sowie für fette Schweinefleischgerichte zur Erhöhung des Geschmacks und der Bekömmlichkeit verwendet.

Ein Fußbad mit Beifuß kräftigt die müden Beine und Füße.

Beifuß wirkt auch menstruationsfördernd bei schwacher Periode und entkrampfend bei schmerzhafter Periode.

Die TCM verwendet Beifuß in der Moxa-Therapie, bei der Moxakegel erhitzt und auf Akupunkturpunkte gesetzt werden.

Nebenwirkungen:

In der Schwangerschaft darf Beifuß nicht verwendet werden, weil Fehlgeburten ausgelöst werden können.

Geschichtliches:

Artemis, die griechische Göttin wurde in der Antike bei Geburten angerufen. Ihr ist die Pflanze geweiht, sie galt seit jeher als hilfreichstes Frauenmittel.

Plinius war der Meinung, dass Wanderer, die Beifuß bei sich tragen, auf der Reise nicht müde werden. Beifuß sollte beim Laufen auch Ausdauer und Geschwindigkeit verleihen.

Abt Walahfrid Strabo nennt den Beifuß in seinem Kräutergartengedicht „Mutter der Kräuter“ und in einem angelsächsischen Kräutersegen wird der Beifuß als „das älteste der Kräuter“ angerufen.

Im Mittelalter zählte Beifuß als wirksames Mittel gegen Hexerei.

Vom Mittelalter bis in die Neuzeit wurde der Beifuß fast ausschließlich in der Frauenheilkunde benutzt. Hildegard von Bingen, Lonicerus, Paracelsus und viele andere beschreiben die Heilkraft dieser Pflanze.

Sie wurde verwendet, um die Fruchtbarkeit zu stärken, die Geburt zu erleichtern, Menstruationsschmerzen zu beheben und Unregelmäßigkeiten auszugleichen. Schoßwurz wurde die Pflanze auch genannt, weil sie zur Geburt um den Schoß gebunden wurde.

Abergläubische Vorstellungen und Gebräuche zu dieser Heilpflanze reichen wahrscheinlich bis in die germanische Vorzeit zurück. Am Dachfirst nach unten angebracht wehrt Beifuß angeblich Blitze ab.

Beifuß gehörte zu den sogenannten Johanniskräutern, die am Johannistag (24. Juni) gesammelt wurden. Man gürtete sich an diesem Tag mit den Stengeln des Krauts, tanzte um das Johannisfeuer und verbrannte anschließend das Kraut. Alles Schlechte sollte so vernichtet werden, und man glaubte sich daraufhin sicher vor Krankheit im ganzen kommenden Jahr. Auch böse Geister wurden so aus Häusern und Ställen verbannt.

In Süddeutschland soll es Brauch gewesen sein, die Ställe an Mariä Himmelfahrt mit Beifuß zu räuchern, um das Vieh vor Krankheit zu schützen.

Pflanzenfamilie: Korbblütler Asteraceae
Anwendungsbereich: Verdauungsbeschwerden, Gewürz
Blütenfarbe: grün
Giftigkeit: ungiftig
Lebensdauer: ausdauernd