Walnuss

Juglans regia

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Baum des Jahres 2008

Christnuss, Steinnuss, Welschnuss

Die Walnuss ist ein einhäusiger Baum, der zur Familie der Walnussgewächse (Juglandaceae) gehört und bis zu 30 m hoch werden kann. Er ist schnellwüchsig und in Südosteuropa, China und Westasien heimisch. In Europa, Nordafrika und Nordamerika wird der Baum kultiviert.

Er hat eine glatte silbergraue Rinde, die später rissig wird. Die langgestielten unpaarig gefiederten Blätter mit 7 bis 9 Einzelblättern werden bis zu 40 cm lang und riechen aromatisch. Die Teilblättchen sind eiförmig und ganzrandig, das Endblatt ist größer als die übrigen Teilblätter. Die grünen männlichen Blüten werden bis 10 cm lang und hängen als Kätzchen an den Zweigen des Vorjahres. Sie erscheinen zuerst, mit den Blattaustrieben folgen die unscheinbaren weiblichen Blüten, die ein- bis dreiblütige endständige Blütenstände an den neuen Zweigen bilden und vom Wind bestäubt werden.

Blütezeit: Mai

Die Frucht ist eine Nuss mit harter Schale, die von einer dicken fleischigen grünen, später braunen Außenschale umgeben ist. Die Nussschale ist zweigeteilt und enthält einen vierlappigen Kern. Bei Bäumen mit ausladender Krone können bis zu 150 kg Nüsse pro Baum geerntet werden.

Fruchtreife: September, Oktober

Das Holz des Walnussbaums ist sehr wertvoll und gewinnt an Bedeutung als Ersatz für Tropenholz. Es wird als Furnierholz verwendet, auch für Gewehrschäfte, Musikinstrumente, Schmuck und Auto-Armaturen.

Verwendete Pflanzenteile: Blätter, grüne Nussschalen, Früchte

Inhaltsstoffe: Gerbstoffe, Juglon (wirkt wachstums- und keimhemmend auf andere Pflanzen und gegen Pilzerkrankungen), Flavonoide, Pflanzensäuren (Blätter),

Glykoside, Gerbstoffe, Vitamin C (grüne Fruchtschalen),

ca. 50% fettes Öl, Kalium, Linolsäure, Linolensäure (Nüsse)

Heilwirkung:

Die Gerbstoffe in den Blättern wirken zusammenziehend, entzündungshemmend und stopfend. Der Teeaufguss wird äußerlich zu Bädern, Spülungen und Umschlägen bei Hauterkrankungen (Ekzemen, Geschwüren, Akne, Frostbeulen) verwendet, innerlich bei Magen-Darmstörungen, Durchfallerkrankungen und als Gurgelmittel bei Halsentzündungen.

Die grünen Fruchtschalen werden zu Bädern und Umschlägen bei übermäßigem Schwitzen verwendet, auch als Haarfärbemittel.

Die Nüsse, die reifen Samenkerne (und das daraus gewonnene Öl) sind ein sehr gesundes Nahrungsmittel. Ihre Form erinnert an die Form des Gehirns. Der Verzehr wirkt sich günstig auf das Herz-Kreislaufsystem aus und stärkt die Immunabwehr.

Walnussöl ist auch pflegender Bestandteil von Hautcremes.

Nebenwirkungen:

Bei empfindlichen Personen kann es wegen der Gerbstoffe zu Magenbeschwerden kommen.

Geschichtliches:

Walnussbäume werden seit mehr als 7000 Jahren genutzt und gehören zu den ältesten kultivierten Bäumen. Sie wurden besonders geschätzt, weil sie Nahrung boten, Öl und Farbstoff lieferten und auch medizinisch genutzt werden konnten.

Der Gattungsname ist hergeleitet von „Jovis“ (Jupiter) und „glans“ (Eichel) und bedeutet „Jupiters Eichel“ oder Jupiternuss, weil die Früchte denen der Eiche ähneln. Der Artname „regia“ bedeutet königlich. Im alten Rom war die Frucht den Göttern geweiht.

Der deutsche Name bedeutet „welsche (ausländische) Nuss“.

Walnussbäume vor Bauernhäusern halten Insekten fern, die Blätter vertreiben das Ungeziefer aus Kleidung und Betten.

Die Nüsse gelten auch als Fruchtbarkeitssymbol. Deshalb ließen mancherorts die Freunde des Brautpaares am Vorabend der Hochzeit Walnüsse ins Schlafgemach „poltern“.

Pflanzenfamilie: Walnussgewächse Juglandaceae
Anwendungsbereich: Immunstärkung, Hauterkrankungen, Ölfrucht
Blütenfarbe: grün
Giftigkeit: ungiftig
Lebensdauer: mehrjährig