Vogelmiere

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Hühnerabbiss, Hühnerdarm, Mäusedarm, Sternenkraut, Feldsternmiere

Die Vogelmiere ist eine einjährige krautige Pflanze, die zu den Nelkengewächsen (Caryophyllaceae) gehört. Sie begleitet den Menschen bereits seit der Steinzeit, ist sehr ausbreitungsfreudig und weltweit verbreitet und kommt von der Ebene bis ins Gebirge auf Äckern und Schuttplätzen, in Weinbergen und Gärten und an Wegrändern und auf Waldböden vor. Kraut und Samen werden gern von Vögeln gefressen, daher hat die Pflanze auch ihren Namen. Sie ist resistent gegen viele Herbizide, bevorzugt nährstoffreiche feuchte Böden und kennt keine Winterruhe. Selbst im Winter können aus den gekeimten Samen neue Pflanzen entstehen. Auch vegetative Vermehrung von abgerissenen Stängelteilen, die sich selbst bewurzeln, ist möglich. Die Stängel sind stark verästelt, behaart und liegen am Boden nieder. Die eiförmigen Blätter sind sattgrün, unten langgestielt, oben kürzer gestielt. Sie sitzen gegenständig an den Stängeln.

Die Vogelmiere blüht das ganze Jahr hindurch mit kleinen weißen Blüten, die fünf Kelchblätter und fünf Kronblätter haben. In der Blütenmitte befinden sich drei Griffel, die von violetten Staubbeuteln umgeben sind. Der Nektar der Blüten wird nur bei Sonnenwetter abgesondert. Der Insektenbesuch ist spärlich, meist erfolgt Selbstbestäubung, indem sich die Staubblätter zur Narbe krümmen. Die Samen werden selbst ausgestreut oder durch Menschen und besonders durch Ameisen verbreitet.

Eine Pflanze bringt fünf Generationen mit je 10 bis 20 000 Samen hervor, die bis zu 60 Jahre keimfähig bleiben.

Die Vogelmiere ist sehr nützlich, weil sie den Boden bedeckt und so vor Austrocknung und Erosion und im Winter vor direkter Kälteeinwirkung schützt.

Verwendete Pflanzenteile:

Das Kraut

Inhaltsstoffe:

Vitamine C und A, Saponine, Flavonoide, Cumarine, Mineralien, hoher Gehalt an Kalium

Heilwirkung:

Die Vogelmiere regt den Stoffwechsel an. Die Saponine wirken schleimlösend. Vogelmiere leistet volksmedizinisch gute Dienste bei Atemwegserkrankungen, als frischer Presssaft auch bei Hautekzemen, Schuppenflechte oder Gerstenkorn. Der Extrakt der frischen Pflanze wird zur Behandlung von Rheuma und Gelenkschmerzen eingesetzt, Breiumschläge mit dem zerquetschten Kraut können bei schlecht heilenden Wunden und Geschwüren angewandt werden.

Als erstes Grün oder Dauergrün kann die Vogelmiere als Salatbeilage oder Suppengrün verwendet werden. (50 g Kraut als Salat decken den Vitamin-C-Bedarf eines Erwachsenen.

Nebenwirkungen:

Nicht bekannt; wegen der Saponine sollten aber nicht zu große Mengen des frischen Krauts verzehrt werden.

Geschichtliches:

Im Mittelalter wurde die Vogelmiere – in Fett gekocht – bei Hauterkrankungen eingesetzt.

Mit den weißen Siedlern kam die Vogelmiere nach Amerika und wurde von den Indianern bei Hautinfektionen, Gerstenkörnern und Bindehautentzündung verwendet.

Eine Salbe aus Vogelmiere sollte bei Besessenen den Teufel austreiben.

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Pflanzenfamilie: Nelkengewächse Caryophyllaceae
Anwendungsbereich: Hauterkrankungen
Blütenfarbe: weiß
Giftigkeit: ungiftig
Lebensdauer: einjährig