Tollkirsche

Atropa belladonna

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Wolfkirsche, Todeskraut, Irrbeere, Belladonna, Schlafkirsche, Teufelsbeere, Teufelskirsche

½ bis 2 m hohe Staude aus der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Die Pflanze hat einen dicken Wurzelstock, aus dem mehrere aufrechte Stängel wachsen. Die Blätter sind ganzrandig und eiförmig. Die Blüten sitzen in den Blattachseln. Sie sind glockenförmig und von braun-violetter Farbe. Die reifen Früchte sind so groß wie Kirschen, glänzend schwarz und saftig. Sie enthalten zahlreiche kleine Samen.

Blütezeit: Juni, Juli

Verwendete Pflanzenteile:

Kraut, Wurzel

Inhaltsstoffe:

Atropin, Alkaloide Der Gehalt an Alkaloiden ist in den Wurzeln höher als in den Blättern. In den Blättern sind Flavonoide enthalten, die in den Wurzeln fehlen. Die Tollkirsche ist eine tödlich giftige Pflanze!!!

Heilwirkung:

Die Zubereitungen der Droge wirken krampflösend. Schon kleinste Dosen hemmen die Sekretion der Drüsen und wirken Pupillen erweiternd. Sie werden bei Magen- und Darmkrämpfen, bei Magengeschwüren, Bronchialasthma, Neuralgien und vor allem als Augentropfen verordnet. Auch im ersten Stadium einer fiebrigen Erkrankung wird Belladonna neben Aconitum häufig eingesetzt.

Nebenwirkungen:

Die Vergiftungserscheinungen zeigen sich durch Mundtrockenheit, Kratzen im Hals mit Schluckbeschwerden, Erbrechen, Kopfschmerzen und Schwindel. Ein besonders auffälliges Zeichen sind die großen erweiterten Pupillen.

Geschichtliches:

Der Name Belladonna – vom italienischen „bella donna = schöne Dame“ rührt wahrscheinlich daher, dass bereits die venezianischen Damen die Pflanze einnahmen, um besonders verführerisch auszusehen.

Aus den Schriften der Antike ist – obwohl die Pflanze bekannt war – nur wenig über die Anwendung der Tollkirsche zu erfahren. Erst die Autoren des Mittelalters berichten über diese Heilpflanze. Hildegard von Bingen brachte die giftigen Eigenschaften der Tollkirsche mit dem Teufel in Verbindung.

Auch bei Hexenprozessen soll die Tollkirsche verwendet worden sein, indem man aus der Pflanze eine Salbe anfertigte und mit dieser die Opfer einrieb. So gelangten die Wirkstoffe ins Blut und führten zu Halluzinationen. Unter Androhung von Folter sagten die Frauen dann aus, was man hören wollte.

1831 wurde das Atropin isoliert.

Pflanzenfamilie: Nachtschattengewächse Solanaceae
Anwendungsbereich: Schmerzen, Krämpfe
Blütenfarbe: grün
Giftigkeit: tödlich giftig
Lebensdauer: ausdauernd