Thymian

Thymus vulgaris

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Heilpflanze 2001, Arzneipflanze 2006

Echter Thymian, Gartenthymian, Immenkraut, Gemeiner Thymian

Der Thymian ist ein immergrüner bis 40 cm hoher Zwergstrauch aus der Familie der Lippenblütengewächse (Lamiaceae). Er ist in Mittelmeerraum heimisch und wird in vielen Ländern kultiviert. Aus einer Pfahlwurzel treibt er aufsteigende vierkantige Stängel, die nach oben stark verästelt und nach unten verholzt sind. Die gegenständigen Blätter sind lanzettlich oder eiförmig und am Rand eingerollt. Ihre Unterseite ist graufilzig behaart. Die rosa bis lila Blüten mit ungeteilter Oberlippe und dreizipfeliger Unterlippe, die gern von Bienen angeflogen werden, stehen in ährenförmigen Blütenständen.

Blütezeit: Mai bis Oktober.

Verwendete Pflanzenteile:

Das Kraut; Blüten und Blätter werden vom Stängel getrennt und gerebelt.

Thymian gehört auch zu den Kräutern der Provence.

Wirkstoffe:

Ätherisches Öl, vor allem Thymol, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Flavonoide

Heilwirkung:

Die Zubereitungen (Teeaufguss, Sirup, Fluidextrakt) wirken auf Grund des ätherischen Ölgehalts auswurffördernd, schwach krampflösend und bakterienhemmend. Sie werden vor allem zur unterstützenden Behandlung von Katarrhen der oberen Atemwege und von Husten – auch Keuchhusten – verwendet.

Auch durch das Inhalieren der Dämpfe kann eine Linderung der Beschwerden erreicht werden. Äußerlich wird der Tee auch zum Gurgeln und Spülen benutzt, da das ätherische Öl und die Gerbstoffe die Heilung bei Zahnfleisch- und Mundschleimhautentzündungen fördern.

Nebenwirkung: Bei üblicher Dosierung nicht bekannt.

Geschichtliches:

Der Name leitet sich ab von dem griechischen Wort “thyo, den Göttern ein Opfer bringen“. Wenn der teure importierte Weihrauch knapp wurde, konnte man Thymianbüschel räuchern, ohne die Götter zu beleidigen. Thymian hatte auch den Beinamen „Feind des Giftes“ und wurde häufig zum Ausräuchern von Krankenzimmern verwendet.

Im alten Ägypten baute man Thymian-Arten an, um damit die Leichenharze zu parfümieren. Es ist davon auszugehen, dass der Thymian auch arzneilich genutzt wurde.

Verschiedene Thymianarten wurden bereits bei den griechischen Schriftstellern der Antike beschrieben. Eine griechische Legende erzählt davon, dass Thymian zum ersten Mal an jener Stelle in Troja wuchs, an der die Tränen der schönen Helena zu Boden fielen.

Die römischen Soldaten badeten in Thymian bevor sie in den Krieg zogen – das verlieh ihnen Mut und Tapferkeit. Sie mischten die Pflanze auch unter ihre Getreidevorräte, um Ungeziefer damit abzuwehren.

Im Mittelalter gelangte der Thymian als Gewürz- und Heilpflanze durch Benediktinermönche in die Klostergärten nördlich der Alpen. Die Kräuterbücher des 16. und 17, Jahrhunderts empfahlen ihn als Arzneimittel gegen Husten und zur Appetitanregung. Bis dahin wurde er vor allem als Küchengewürz angebaut und bei der Wurstherstellung verwendet.

Pflanzenfamilie: Lippenblütler Lamiaceae
Anwendungsbereich: Atemwegserkrankungen, Gewürz
Blütenfarbe: rosa, lila
Giftigkeit: ungiftig
Lebensdauer: ausdauernd