Teufelsabbiss

Succisa pratensis

Bild 1 von 1

Blume des Jahres 2015

Abbisskraut, Ackerskabiose, Satanswurz, Teufelswurz

Der Teufelsabbiss gehört zur Familie der Kardengewächse (Dipsacoideae). Er ist auf feuchten Wiesen und Waldlichtungen zu finden und gilt als Zeigerpflanze für magere und wechselfeuchte Böden. Die Pflanze ist in Europa und Nordafrika verbreitet und kommt als Neophyt in Nordamerika vor. In Deutschland gibt es größere Bestände in den Alpen und im Schwarzwald und Odenwald. In einigen Bundesländern steht die Pflanze auf der Liste der bedrohten Arten.

Der Teufelsabbiss wächst als ausdauernde krautige Pflanze. Aus einem dicken, kurzen Wurzelstock, dessen Wurzeln abrupt enden, weil sie von unten absterben und wie abgebissen aussehen, entwickelt sich eine Rosette mit länglichen lanzettlichen und meist ganzrandigen Grundblättern. Aus der Mitte heraus steigen die schwachbehaarten Stängel auf, die etwa 50 cm hoch werden. Im oberen Teil können sie sich verzweigen. Die Blütenstände mit kleinen blau-violetten Blüten, die von verschiedenen Zonen aus blühen, sind kugelförmig ausgebildet und tragen 50 bis 80 Blüten. Die Staubblätter ragen deutlich aus den Blüten heraus. Blütezeit: Juli bis September. Die Blüten bieten Nahrung für viele Insektenarten. Durch Rhizome werden größere Bestände der Pflanze ausgebildet.

Verwendete Pflanzenteile:

Kraut, Wurzel

Inhaltsstoffe:

Saponine, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Stärke

Heilwirkung:

Die Inhaltsstoffe wirken leicht abführend und schwach wassertreibend. Die Schulmedizin verwendet die Heilpflanze nicht, weil sie für zu wenig erforscht gilt. Volksheilkundlich wird die Wurzel als Tee zur Blutreinigung und bei Husten, Heiserkeit und Lungenerkrankungen verwendet, äußerlich auch bei Ekzemen, Hauterkrankungen und Geschwüren.

Nebenwirkungen:

Nicht zu erwarten

Geschichtliches:

„Succisa“ (lat.) bedeutet „unten abgeschnitten“.

Der Teufel soll mit der Wurzel große Gewalt getrieben haben. Die Mutter Gottes hat dann Erbarmen gezeigt und ihm die Gewalt genommen. Aus Ärger darüber biss er die Wurzel von unten ab und so wächst sie noch heute.

Wer das Kraut oder die Wurzel als Amulett bei sich trägt, dem kann der Teufel keinen Schaden zufügen. Im Stall soll die Wurzel das Vieh vor Behexung schützen.

Pflanzenfamilie: Geißblattgewächse Caprifoliaceae
Anwendungsbereich: Atemwegserkrankungen, Blutreinigung
Blütenfarbe: blau
Giftigkeit: ungiftig
Lebensdauer: ausdauernd