Ackerstiefmütterchen

Viola tricolor

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Dreifaltigkeitsblume, Muttergottesschuh, Gedenkemein, Schöngesicht, Ackerveilchen, Jesusblümchen

Das Acker - Stiefmütterchen ist der winzige Bruder des Wilden Stiefmütterchens (Viola tricolor) und des Veilchens (Viola odorata). Es ist eine meist einjährige krautige Pflanze, die 10 bis 40 cm hoch wird und zur Familie der Veilchengewächse (Violaceae) gehört. Es ist häufig verbreitet in weiten Teilen Europas und Asiens, bildet keine Ausläufer aus und wurzelt bis zu 45 cm in die Tiefe. Es wächst an trockenen Standorten, Ackerrändern, die oft nährstoffreich sind, auf Schuttplätzen und in Gärten. Die Stängel sind fast vierkantig mit wechselständigen Blättern. Die Blütenstiele entspringen in den Achseln der Laubblätter, die leicht gezähnt sind. Sie tragen eine 1 bis 3 cm große Blüte. Die Kronblätter sind meist verschiedenfarbig hellgelb, weißlich oder gelb mit violett, das untere ist oft weißlich mit blauen Kerben. Beim Wilden Stiefmütterchen sind die Blütenblätter länger als die Kelchblätter. Die Blüten sind essbar und können als Zutat und Dekoration für Salat, Suppe oder Dessert verwendet werden.

Blütezeit: April bis Oktober

Aus den Blüten entwickeln sich dreiteilige Kapseln mit vielen Samen, die bis zu mehreren Jahrzeiten keimfähig bleiben. Ameisen sorgen häufig für die Verbreitung der Samen.

Verwendete Pflanzenteile: Das zur Blütezeit gesammelte und getrocknete Kraut

Inhaltsstoffe: Salicylsäure,Saponine, Flavonoide, Gerbstoffe, Carotinoide, Schleim,

Heilwirkung:

Die Inhaltsstoffe haben eine entzündungshemmende Wirkung. Wissenschaftlich anerkannt ist die Anwendung von Stiefmütterchenkraut als Teeaufguss bei Hauterkrankungen wie Milchschorf, Akne und Ekzemen. Volksmedizinisch wird das Kraut auch bei Windeldermatitis, Rheuma, Gicht, Arthrose und Husten genutzt.

Nebenwirkungen: Nicht bekannt

Geschichtliches:

Die Pflanze ist seit dem Altertum bekannt, wurde aber damals nicht genutzt. Die Kräuterbücher des 16. Jahrhunderts empfehlen das Stiefmütterchen bei Hautkrankheiten.

Im Mittelalter zählten die Veilchenarten zu den großen Arzneipflanzen. Erst im Kräuterbuch von Leonhard Fuchs wird das Stiefmütterchen von den anderen Veilchenarten unterschieden.

Der eigenartige Name der Pflanze hat eine besondere Deutung erfahren. Im größten Blütenblatt hat man die böse prunkliebende Stiefmutter gesehen, neben ihr sitzen die beiden leiblichen Töchter, die ebenso kostbar gekleidet sind. Die Stieftöchter müssen sich mit einfarbigen Kleidern begnügen. Die unter der Blüte liegenden Kelchblätter hat man als Stühle interpretiert: Die Stiefmutter macht sich auf zwei Stühlen breit, ihre Kinder auf je einem und die Stieftöchter haben zu zweit nur einen Stuhl.

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Pflanzenfamilie: Veilchengewächse Violaceae
Anwendungsbereich: Atemwegserkrankungen, Hauterkrankungen
Blütenfarbe: weiß, gelb, blau
Giftigkeit: ungiftig
Lebensdauer: einjährig